
'Der Ewige Jude' und die Generation Facebook
Der ewige Jude und die Generation Facebook untersucht, wie antisemitische Deutungsmuster aus der NS-Zeit in sozialen Netzwerken wiederkehren. Christian Hardinghaus analysiert mehr als 1.100 Profile und Beiträge aus Facebook und den damaligen VZ-Netzwerken und vergleicht Sprache, Bilder und Feindbilder mit historischer Propaganda. Die Studie zeigt, wie alte Vorurteile in digitalen Räumen neue Formen annehmen und warum Medienkompetenz für den Umgang mit Hass und Desinformation entscheidend ist.
Von der NS-Propaganda zur „Generation Facebook“
Antisemitische Propaganda verschwand 1945 nicht einfach aus den Köpfen. Begriffe, Feindbilder und Erzählmuster konnten weitergegeben, verändert und in neue Medien übertragen werden. Mit Facebook und den VZ-Netzwerken entstanden Räume, in denen sich solche Inhalte plötzlich schnell, öffentlich und mit geringem technischem Aufwand verbreiten ließen.
„Der ewige Jude“ und die Generation Facebook untersucht anhand von mehr als 1.100 Nutzerprofilen, wie antisemitische Vorurteile in sozialen Netzwerken auftauchten und welche Verbindungen zu älteren propagandistischen Motiven erkennbar waren. Die Studie verbindet historische Propagandaforschung, Medienwissenschaft und empirische Analyse digitaler Kommunikation.
Die veröffentlichte Dissertationsschrift:
Die Untersuchung entstand als Dissertation an der Universität Osnabrück und wurde 2012 im Tectum Wissenschaftsverlag veröffentlicht. Sie führt die frühere Analyse nationalsozialistischer Filmpropaganda in das Zeitalter sozialer Netzwerke weiter.
- mehr als 1.100 untersuchte Nutzerprofile
- Facebook und VZ-Netzwerke als Räume politischer Kommunikation
- antisemitische Vorurteile und historische Propagandamuster
- Verbindung von Zeitgeschichte, Medienwissenschaft und empirischer Forschung
Filmpropaganda für den Holocaust?
– antisemitische NS-Filmpropaganda
Propagandalexikon
– mehr als 100 Techniken und Manipulationsmuster
Kriegspropaganda und Medienmanipulation
– Propagandaforschung vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

