Kampf & Ketten · Geschichtslexikon 1933–1945

Gliederung der Wehrmacht und NS-Organisationen

64 Einheiten, Größenordnungen und Führungsebenen von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, SA, NSDAP, Hitlerjugend und Reichsarbeitsdienst zwischen 1933 und 1945.

64 Gliederungsebenen 8 Organisationen 1933–1945

Militärische Einheiten und Befehlsebenen im Überblick

Die Gliederung der Wehrmacht und der nationalsozialistischen Organisationen folgte unterschiedlichen Hierarchien. Bezeichnungen wie „Gruppe“, „Staffel“ oder „Standarte“ lassen sich deshalb nur im jeweiligen Organisationszusammenhang verstehen. Eine „Gruppe“ konnte im Heer, in der Luftwaffe, im Reichsarbeitsdienst oder in der SA etwas völlig anderes bezeichnen.

Das Lexikon „Kampf & Ketten“ ordnet 64 militärische und politische Gliederungsebenen nach Organisation, ungefährer Stärke, typischer Führung und Funktion. Die Filter ermöglichen sowohl das Lesen vollständiger Befehlsketten als auch den direkten Vergleich gleichlautender Bezeichnungen.

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Heer

Wehrmacht – Heer

Das Heer bildete den Kern der deutschen Streitkräfte – mit Infanterie-, Panzer- und Artillerieverbänden, die an fast allen Fronten eingesetzt waren. Von der kleinen Schützengruppe bis zur Heeresgruppe reichte eine strenge Befehlskette, die im Verlauf des Krieges immer komplexer wurde. Zwischen 1939 und 1945 dienten über 13 Millionen Männer im Heer; zu Spitzenzeiten standen mehr als sieben Millionen unter Waffen. Etwa fünf Millionen verloren ihr Leben – die Mehrheit an der Ostfront.

10 Ebenen
Gruppe Führung: Unteroffizier / Feldwebel 8–12 Mann #

Kleinste taktische Einheit des Heeres. Meist als Gewehrgruppe organisiert, deren Feuerkraft sich um ein leichtes Maschinengewehr (MG 34 oder MG 42) konzentrierte. Die Gruppe war das Fundament jeder Infanterieeinheit – beweglich, schlagkräftig und im Gefecht auf Zusammenarbeit angewiesen.

Zug Führung: Leutnant / Oberleutnant 30–50 Mann #

Umfasste drei bis vier Gruppen und bildete das taktische Grundelement der Infanterie. Der Zug war die Ebene, auf der Feuer und Bewegung erstmals koordiniert wurden – das Bindeglied zwischen der Gefechtseinheit an der Front und der Führung dahinter.

Kompanie Führung: Hauptmann 100–250 Mann #

Setzte sich aus drei bis vier Zügen sowie einer kleinen Kompanieführung zusammen und konnte eigenständig operieren. Sie war das Rückgrat der Infanterie im Gefecht – flexibel, vielseitig und zugleich stark von der Persönlichkeit ihres Kompaniechefs geprägt.

Bataillon Führung: Major / Oberstleutnant 500–1.000 Mann #

Umfasste drei bis fünf Kompanien sowie eine Stabskompanie mit Versorgung, Nachrichten und Unterstützungswaffen. Das Bataillon war die kleinste Einheit, die selbstständig Kampfaufträge durchführen konnte – taktisch beweglich, eigenständig führbar und das Bindeglied zwischen Front und Regimentsstab.

Regiment Führung: Oberst 2.000–3.000 Mann #

Setzte sich aus zwei bis drei Bataillonen zusammen und bildete die zentrale Kampfeinheit des Heeres. Das Regiment war mehr als nur eine taktische Formation – es trug seine eigene Geschichte, seine Fahne und oft einen tief verwurzelten Korpsgeist, der über Jahre gewachsen war.

Brigade Führung: Generalmajor / Oberst 3.000–5.000 Mann #

Umfasste mehrere Regimenter und wurde häufig als flexible Zwischenstufe zwischen Regiment und Division eingesetzt. Viele Brigaden entstanden ad hoc – etwa Panzerbrigaden im Spätsommer 1944 –, wenn schnelle, schlagkräftige Verbände benötigt wurden, um Verluste auszugleichen oder Frontlücken zu schließen.

Division Führung: Generalmajor / Generalleutnant 10.000–20.000 Mann #

Umfasste zwei bis drei Regimenter sowie eigene Artillerie-, Pionier-, Panzerabwehr- und Aufklärungseinheiten. Sie war die Grundeinheit der deutschen Kriegsführung – in sich weitgehend autark, mit eigener Führung, Versorgung und Kampfkraft.

Korps Führung: General der Waffengattung 30.000–80.000 Mann #

Fasste zwei bis fünf Divisionen zusammen und bildete die operative Führungsebene des Heeres. Das Korps koordinierte Artillerieeinsatz, Nachschub und Geländeoperationen – es entschied, wo sich eine Schlacht gewann oder verlor.

Armee Führung: Generaloberst 100.000–300.000 Mann #

Umfasste mehrere Korps und führte großräumige Operationen an ganzen Frontabschnitten. Armeen wie die 6. Armee bei Stalingrad standen für den strategischen Maßstab des Krieges – Verbände mit eigener Geschichte, Identität und oftmals tragischem Schicksal.

Heeresgruppe Führung: Generalfeldmarschall 500.000–1.000.000+ Mann #

Fasste mehrere Armeen unter einem gemeinsamen Oberbefehl zusammen und war die höchste operative Ebene des Heeres. Heeresgruppen wie Mitte, Nord oder Süd bestimmten das Geschehen an gesamten Frontabschnitten – sie planten Offensiven, koordinierten Rückzüge und entschieden über Sieg oder Niederlage ganzer Feldzüge.

Luftwaffe

Wehrmacht – Luftwaffe

Zweite Teilstreitkraft der Wehrmacht – zuständig für Lufthoheit, Aufklärung, Flakabwehr und den Schutz des Reichsgebiets. Ihre Einheiten folgten einer eigenen Befehlskette und Organisationsstruktur, die von Jagdfliegern bis zu Flakdivisionen reichte.

7 Ebenen
Rotte Führung: Rottenführer (Pilot) 2 Flugzeuge #

Kleinste taktische Einheit der Jagdflieger – ein eng abgestimmtes Zweierteam, das auf gegenseitige Deckung und Reaktionsgeschwindigkeit ausgelegt war.

Schwarm Führung: Schwarmführer 4 Flugzeuge (2 Rotten) #

Grundformation der Luftkampftaktik. Zwei Rotten flogen in lockerer Viererordnung, die hohe Flexibilität und Sicht ermöglichte – eine Innovation der deutschen Luftwaffe.

Staffel Führung: Hauptmann (Staffelkapitän) 9–16 Flugzeuge #

Selbstständige Flugeinheit, vergleichbar mit einer Kompanie. Eine Staffel verfügte über eigenes Bodenpersonal, Werkstatt und Nachrichtenstelle.

Gruppe Führung: Major / Oberstleutnant 30–40 Flugzeuge (3–4 Staffeln) #

Operative Einheit mit eigenem Stab, Wartung und Versorgung. Eine Gruppe konnte eigenständige Einsätze fliegen und war oft an bestimmten Frontabschnitten stationiert.

Geschwader Führung: Oberst (Geschwaderkommodore) 90–120 Flugzeuge (3–4 Gruppen) #

Größter fliegender Verband der Luftwaffe, meist nach Einsatzzweck benannt (Jagd-, Kampf-, Stuka- oder Zerstörergeschwader). Viele Geschwader trugen eigene Wappen und Traditionen, etwa das bekannte JG 52.

Fliegerkorps Führung: General der Flieger Mehrere Geschwader #

Operative Führungsebene, die Einsätze mehrerer Geschwader koordinierte. Fliegerkorps waren meist bestimmten Kriegsschauplätzen oder Luftflotten unterstellt.

Luftflotte Führung: Generaloberst / Generalfeldmarschall Mehrere Fliegerkorps #

Strategischer Großverband der Luftwaffe – zuständig für ganze Frontabschnitte. Luftflotten wie 2, 4 oder 6 planten Großoffensiven, koordinierten Luftunterstützung und Flakabwehr.

Kriegsmarine

Wehrmacht – Kriegsmarine

Die Seestreitkräfte des Dritten Reiches – gegliedert in U-Boot-Waffe, Überwasserflotte und Marineinfanterie. Ihr Einsatz reichte von Geleitschutz und Minenkrieg bis zu Atlantikoperationen und Küstenverteidigung.

6 Ebenen
Einzelschiff Führung: Kapitänleutnant bis Kapitän zur See Besatzung variabel #

Einzelschiffe wie U-Boote, Zerstörer, Kreuzer oder Schlachtschiffe bildeten die Basiseinheiten der Marine. Jedes Schiff war eine kleine Welt mit eigenem Kommandanten, Brücke, Maschinenraum und Besatzung.

U-Boot-Rudel Führung: Koordiniert durch den Befehlshaber der U-Boote (BdU) 3–20 U-Boote #

Taktische Zusammenfassung mehrerer U-Boote nach der sogenannten „Wolfsrudel“-Taktik. Diese Gruppen operierten gemeinsam gegen alliierte Konvois, um den Schutzschirm der Geleitschiffe zu durchbrechen.

Flottille Führung: Kapitän zur See oder Konteradmiral 5–30 Schiffe #

Zusammenfassung gleichartiger Schiffe – etwa Torpedoboote, Minensucher oder U-Boote. Flottillen waren operative Verbände, die an einzelnen Küstenabschnitten oder in Häfen stationiert wurden.

Geschwader Führung: Konteradmiral oder Vizeadmiral Mehrere Flottillen #

Umfasste mehrere Flottillen und bildete größere Einsatzverbände, z. B. Zerstörergeschwader oder Kreuzergeschwader. Geschwader übernahmen koordinierte Operationen auf hoher See.

Flotte Führung: Admiral oder Großadmiral Alle Großkampfschiffe #

Bezeichnete die Gesamtheit der Überwasserstreitkräfte – Schlachtschiffe, Kreuzer und Begleitkräfte. Nach den schweren Verlusten im Atlantikkrieg und der Versenkung wichtiger Einheiten (z. B. „Bismarck“) verlor die Flotte ab 1943 an Bedeutung.

Marineoberkommando Führung: Großadmiral (Erich Raeder, später Karl Dönitz) Gesamte Kriegsmarine #

Oberste Führungsebene der Marine. Hier liefen strategische Entscheidungen über Bauprogramme, Operationsräume und den Einsatz der U-Boot-Waffe zusammen.

Waffen-SS

Waffen-SS

Militärische Kampfverbände der SS mit eigener Struktur parallel zur Wehrmacht. Gegliedert nach eigenem Rangsystem mit SS-Dienstgradbezeichnungen, die den Rangbezeichnungen der Wehrmacht entsprachen, aber eigene Titel trugen.

10 Ebenen
Rotte Führung: SS-Rottenführer 4–8 Mann #

Kleinste Einheit, vergleichbar mit der Gruppe des Heeres.

Schar Führung: SS-Scharführer / SS-Oberscharführer 8–16 Mann #

Entspricht etwa einem Trupp im Sinne einer kleinen Kampfeinheit unterhalb des Zuges.

Zug (Trupp) Führung: SS-Untersturmführer / SS-Obersturmführer 30–50 Mann #

Entspricht dem Wehrmacht-Zug in Größe und Funktion.

Sturm (Kompanie) Führung: SS-Hauptsturmführer 100–200 Mann #

Entspricht der Wehrmacht-Kompanie; eigenständig einsetzbare Kampfeinheit.

Sturmbann (Bataillon) Führung: SS-Sturmbannführer / SS-Obersturmbannführer 500–1.000 Mann #

Entspricht dem Wehrmacht-Bataillon; operative Grundeinheit.

Standarte (Regiment) Führung: SS-Standartenführer / SS-Oberführer 2.000–3.000 Mann #

Entspricht dem Wehrmacht-Regiment; traditionelle Stammeinheit mit eigener Fahne.

Brigade Führung: SS-Brigadeführer 3.000–5.000 Mann #

Zwischenstufe zwischen Standarte und Division, oft für spezielle Aufgaben aufgestellt.

Division Führung: SS-Gruppenführer 10.000–20.000 Mann #

Große Kampfverbände, z. B. 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte“. Die Waffen-SS stellte im Kriegsverlauf 38 Divisionen auf.

Korps Führung: SS-Obergruppenführer 30.000–80.000 Mann #

Mehrere Divisionen; z. B. das II. SS-Panzerkorps, das an der Ostfront und in der Normandie eingesetzt wurde.

Armee Führung: SS-Oberst-Gruppenführer 100.000+ Mann #

Nur wenige gebildet; z. B. die 6. SS-Panzerarmee 1944/45 unter SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich.

SA

Sturmabteilung (SA)

Paramilitärische Organisation der NSDAP, ursprünglich als Schutztruppe und Straßenkampfverband gegründet. Nach 1934 stark entmachtet, blieb sie als Ausbildungs- und Traditionsorganisation bestehen.

9 Ebenen
Rotte Führung: SA-Rottenführer 4–8 Mann #

Kleinste Einheit der SA, meist für örtliche Aufmärsche, Übungen oder Wachdienste zuständig.

Schar Führung: SA-Scharführer 8–16 Mann #

Entsprach etwa einem Trupp. Innerhalb einer Schar fanden Ausbildung und politische Schulung auf unterster Ebene statt.

Trupp Führung: SA-Truppführer 30–50 Mann #

Zusammenfassung mehrerer Scharen. Der Trupp diente der organisatorischen Einbindung kleiner Ortsgruppen.

Sturm Führung: SA-Sturmführer oder SA-Obersturmführer 100–200 Mann #

Zentrale Einheit der SA, vergleichbar mit einer Kompanie. Der Sturm war die aktive Basis der Bewegung – hier fanden Märsche, Schulungen und öffentliche Auftritte statt.

Sturmbann Führung: SA-Sturmbannführer 500–1.000 Mann #

Verband aus mehreren Stürmen, häufig in größeren Städten stationiert. Nach militärischem Vorbild organisiert, aber mit politisch-ideologischer Ausrichtung.

Standarte Führung: SA-Standartenführer 2.000–3.000 Mann #

Größerer Verband aus mehreren Sturmbannen. Jede Standarte führte eine eigene Fahne und war meist regional verankert (z. B. Standarte München oder Berlin-Brandenburg).

Brigade Führung: SA-Brigadeführer 5.000–10.000 Mann #

Zusammenfassung mehrerer Standarten auf Bezirksebene. Koordinierte Ausbildung, Personal und überregionale Aufmärsche.

Gruppe Führung: SA-Gruppenführer 20.000–50.000 Mann #

Regionale Großverbände (z. B. SA-Gruppe Berlin-Brandenburg). Dienten als Mittelinstanz zwischen Brigade und Obergruppe.

Obergruppe Führung: SA-Obergruppenführer 100.000+ Mann #

Oberste regionale Führungsebene. Umfasste mehrere Gruppen und war direkt der SA-Obersten Leitung in München unterstellt.

NSDAP

NSDAP – Parteigliederung

Flächendeckendes Organisationsnetz der NSDAP, das Partei, Verwaltung und Bevölkerung bis in die Nachbarschaften hinein verband.

6 Ebenen
Block Führung: Blockleiter 40–60 Haushalte #

Kleinste Einheit der Partei. Der Blockleiter war das unmittelbare Bindeglied zwischen Partei und Bevölkerung – verantwortlich für Meldungen, Informationsweitergabe und politische Kontrolle im eigenen Straßenzug.

Zelle Führung: Zellenleiter 4–8 Blöcke (ca. 160–480 Haushalte) #

Koordinierte die Blockleiter eines Stadtviertels oder Ortsteils. Diente der Durchsetzung von Anweisungen der Ortsgruppe und der Sammlung von Beiträgen, Spenden und Berichten.

Ortsgruppe Führung: Ortsgruppenleiter 1.000–3.000 Parteimitglieder #

Zentrale lokale Organisationseinheit. Die Ortsgruppe war das Herzstück der Parteiarbeit – hier fanden Versammlungen, Propagandaaktionen und Mitgliederverwaltung statt.

Kreis Führung: Kreisleiter Landkreis oder Stadtkreis #

Koordinierte alle Ortsgruppen innerhalb eines Landkreises. Der Kreisleiter war Schlüsselfigur der Parteiverwaltung und meist auch politischer Repräsentant gegenüber Behörden.

Gau Führung: Gauleiter Region oder Bundesland #

Oberste regionale Ebene. Die 42 Gaue bildeten faktisch parallele Machtstrukturen zu den staatlichen Verwaltungen. Der Gauleiter vereinte Parteidisziplin, Propaganda und politische Kontrolle in einer Person.

Reichsleitung Führung: Reichsleiter / Führer Gesamtpartei #

Oberste Führungsebene der NSDAP mit Sitz in München (später Berlin). Umfasste die Reichsleiter als Ressortchefs (z. B. Organisation, Propaganda, Außenpolitik) und den sogenannten Stab des Führers.

HJ

Hitlerjugend (HJ)

Jugendorganisation der NSDAP für Jungen zwischen 10 und 18 Jahren. Diente der vormilitärischen Ausbildung, politischen Erziehung und ideologischen Schulung. Der weibliche Zweig, der Bund Deutscher Mädel (BDM), war organisatorisch Teil der HJ und übernahm Erziehungs- und Gemeinschaftsaufgaben für Mädchen.

9 Ebenen
Rotte Führung: Rottenführer 4–8 Jungen #

Kleinste Einheit. Diente der Kameradschaftspflege, Geländespielen und Grundausbildung.

Kameradschaft Führung: Kameradschaftsführer 10–15 Jungen #

Basiseinheit der täglichen Jugendarbeit. Übungen, Sport, Schulung und ideologische Unterweisung fanden hier statt.

Schar Führung: Scharführer 40–60 Jungen (3–4 Kameradschaften) #

Organisatorische Zwischenstufe, vergleichbar mit einem Zug. Verantwortlich für örtliche Veranstaltungen und Ausbildung.

Gefolgschaft Führung: Gefolgschaftsführer 120–180 Jungen (3 Scharen) #

Grundeinheit der HJ-Organisation. Fand sich meist an Schulen oder in größeren Gemeinden. Entsprach einer Kompanie.

Stamm Führung: Stammführer 600–800 Jungen (4–5 Gefolgschaften) #

Verband auf Stadtebene oder für größere Landkreise. Entsprach etwa einem Bataillon der Wehrmacht.

Bann Führung: Bannführer 3.000–5.000 Jungen (4–5 Stämme) #

Wichtigste regionale Einheit. Jeder Bann trug eine Nummer und war organisatorisch oft an Schulbezirke angelehnt.

Gebiet Führung: Gebietsführer 15.000–30.000 Jungen (mehrere Banne) #

Regionale Führungsebene. Entsprach militärisch etwa einer Division. Koordinierte Lager, Großveranstaltungen und Personalführung.

Obergebiet Führung: Obergebietsführer Mehrere Gebiete #

Überregionale Zusammenfassung der Gebiete, meist deckungsgleich mit einem Reichsgau.

Reichsjugendführung Führung: Reichsjugendführer (Baldur von Schirach, später Artur Axmann) / Reichsjugendführerin (Trude Mohr, später Jutta Rüdiger) Gesamte HJ und BDM (ca. 8 Mio. Mitglieder 1939) #

Oberste Leitung der Hitlerjugend in Berlin. Organisierte Reichsjugendtage, Schulungslager und den Einsatz im Kriegseinsatzdienst. Der weibliche Zweig, der Bund Deutscher Mädel (BDM), förderte körperliche Ertüchtigung, Erziehung zur „Volksgemeinschaft“ und Unterstützungseinsätze im Heimatdienst.

RAD

Reichsarbeitsdienst (RAD)

Pflichtorganisation für junge Männer und Frauen zur Arbeits- und Gemeinschaftsdiensterziehung. Diente der Disziplinierung, körperlichen Ertüchtigung und Vorbereitung auf den Wehrdienst. Der weibliche Zweig – der Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend (RADwJ) – übernahm soziale und landwirtschaftliche Hilfsdienste.

7 Ebenen
Trupp Führung: Truppführer 8–12 Arbeitsmänner #

Kleinste Arbeitseinheit, zuständig für tägliche Aufgaben und Unterweisung. Entsprach in ihrer Struktur einer militärischen Gruppe.

Gruppe Führung: Obertruppführer 30–50 Arbeitsmänner (3–4 Trupps) #

Verband aus mehreren Trupps. Führte Arbeiten im Straßenbau, in der Landwirtschaft oder beim Deich- und Festungsbau durch.

Abteilung Führung: Oberfeldmeister 150–200 Arbeitsmänner #

Grundverband des RAD, stationiert in einem eigenen Lager. Entsprach einer Kompanie und vereinte Arbeit, Schulung und Gemeinschaftsleben.

Gruppe (höhere Ebene) Führung: Oberstfeldmeister 1.000–2.000 Arbeitsmänner (mehrere Abteilungen) #

Übergeordnete Einheit auf Bezirksebene, vergleichbar mit einem Bataillon. Koordinierte Ausbildung, Material und Einsatzplanung.

Bezirk Führung: Arbeitsführer 5.000–10.000 Arbeitsmänner #

Regionale Verwaltungsebene. Leitete mehrere Gruppen und Abteilungen innerhalb eines Arbeitsgaues.

Bereich Führung: Oberarbeitsführer Mehrere Bezirke #

Überregionale Organisationseinheit (z. B. Bereich Süd oder Mitte). Zuständig für Personalführung und strategische Einsatzplanung.

Reichsarbeitsführung Führung: Reichsarbeitsführer (Konstantin Hierl) Gesamter RAD (ca. 350.000 Dienstleistende, davon rund 100.000 Frauen im RADwJ) #

Oberste Leitung in Berlin. Unterstand direkt dem Führer. Verantwortlich für Reichsarbeitsgesetze, Einberufung und Propagandaleitung.

Quellenlage und redaktioneller Hinweis

Die angegebenen Größenordnungen dienen der historischen Orientierung. Sollgliederung, tatsächlicher Personalbestand und Einsatzstärke konnten je nach Zeitraum, Kriegsschauplatz und Organisationsform erheblich voneinander abweichen. Begriffe werden deshalb stets innerhalb ihrer jeweiligen Organisation erläutert und nicht pauschal gleichgesetzt.

Redaktionell verantwortlich ist der Historiker und Autor Dr. Christian Hardinghaus. Hinweise auf sachliche Fehler, abweichende Quellen oder notwendige Ergänzungen können über die Kontaktseite übermittelt werden.

Häufige Fragen

Wie war das Heer grundsätzlich gegliedert?
Die typische Folge reichte von Gruppe, Zug und Kompanie über Bataillon, Regiment und Division bis zu Korps, Armee und Heeresgruppe. Stärke und Zusammensetzung variierten nach Truppengattung und Kriegsphase.
Was unterscheidet Regiment, Division und Korps?
Ein Regiment vereinte gewöhnlich mehrere Bataillone. Eine Division verfügte zusätzlich über verschiedene Unterstützungs- und Versorgungseinheiten. Ein Korps führte mehrere Divisionen auf operativer Ebene.
Warum bedeuten gleiche Begriffe nicht immer dasselbe?
Begriffe wie Gruppe, Staffel oder Standarte gehörten zu unterschiedlichen Organisationssystemen. Ihre Größe und Funktion erschließen sich deshalb erst aus dem jeweiligen Zusammenhang.
War die Waffen-SS wie das Heer gegliedert?
Die militärischen Verbände der Waffen-SS orientierten sich in vielen Bereichen an vergleichbaren Größenordnungen des Heeres, verwendeten jedoch teilweise eigene Bezeichnungen und Dienstgradtitel.
Gehören SA, HJ und RAD zu militärischen Verbänden?
Nein. SA, Hitlerjugend und Reichsarbeitsdienst waren keine Teilstreitkräfte der Wehrmacht. Ihre innere Gliederung übernahm jedoch zahlreiche militärische Bezeichnungen, Formen und Führungsprinzipien.
Sind die angegebenen Stärken verbindliche Sollzahlen?
Nein. Die Zahlen dienen der Orientierung. Sollstärke, tatsächlicher Personalbestand und Einsatzstärke konnten deutlich voneinander abweichen.

Vier Lexika zum Zweiten Weltkrieg

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