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Lexikon · Vermisstenfälle · Cold Cases · Unbekannte Tote

SPURLOS Lexikon ungeklärter Vermisstenfälle, Cold Cases und unbekannter Toter

In diesem Lexikon sammle ich Fälle, in denen Menschen verschwunden sind, Täter nie gefunden wurden oder Tote keinen Namen haben – von Kaspar Hauser über Hinterkaifeck bis zu Rebecca Reusch. Manche kennt fast jeder, andere sind außerhalb ihres Landes kaum bekannt.

Um viele dieser Fälle ranken sich Legenden, die sich im Netz schneller verbreiten als jede Korrektur. Ich halte fest, was belegt ist, und sage dazu, wo die Theorien anfangen.

32
Fälle
10
Vermisst
5
Ungeklärte Identität
17
Cold Cases

Stand der Einträge: September 2026

Karte

Wo die Spuren enden

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Archiv

Alle Fälle im Überblick

Symbolbild zum Fall Kaspar HauserUngeklärte Identität

Kaspar Hauser

Datum
26.05.1828
Ort
Nürnberg / Ansbach
Land
Deutschland

Ein Jugendlicher steht plötzlich in Nürnberg, kann kaum gehen und kennt nur einen Satz. Fünf Jahre später ist er tot.

Fallakte öffnen: Kaspar Hauser

Am Pfingstmontag, dem 26. Mai 1828, taucht auf dem Nürnberger Unschlittplatz ein etwa 16-jähriger Junge auf. Er kann kaum laufen, scheut das Licht und wiederholt einen Satz: „Ein solcher Reiter möchte ich werden, wie mein Vater einer gewesen ist.“ Seinen Namen schreibt er auf einen Zettel: Kaspar Hauser.

Später erzählt er, er habe sein Leben lang allein in einem dunklen Verlies gesessen. Früh entsteht das Gerücht, er sei der beiseitegeschaffte Erbprinz des Hauses Baden. Am 14. Dezember 1833 kommt er mit einer Stichwunde aus dem Ansbacher Hofgarten; ein Fremder habe ihn angegriffen. Drei Tage später stirbt er. Viele Historiker halten es für wahrscheinlich, dass er sich die Wunde selbst zugefügt hat.

Auftauchen
26. Mai 1828, Nürnberg
Tod
17. Dezember 1833, Ansbach (Stichverletzung)
Prinzentheorie
Erbe des Hauses Baden – durch DNA-Analysen, zuletzt 2024, nicht gestützt

Stand: Herkunft ungeklärt; die Prinzentheorie gilt als widerlegt

Symbolbild zum Fall Jack the RipperCold Case

Jack the Ripper

Datum
Aug.–Nov. 1888
Ort
London, Whitechapel
Land
Großbritannien

Im Herbst 1888 werden im Londoner East End fünf Frauen ermordet. Der Täter bekommt einen Namen, aber nie ein Gesicht.

Fallakte öffnen: Jack the Ripper

Zwischen August und November 1888 werden im Armenviertel Whitechapel mindestens fünf Frauen ermordet, die „kanonischen Fünf“: Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly. Mehreren Opfern entnimmt der Täter Organe, was die Polizei auf einen Arzt oder Metzger schließen lässt.

Die Presse tauft ihn Jack the Ripper, nach einem Brief, dessen Echtheit bis heute umstritten ist. Einem anderen Schreiben, dem „From Hell“-Brief, liegt eine halbe menschliche Niere bei. Die Liste der Verdächtigen umfasst über hundert Namen; angeklagt wurde niemand.

Opfer
Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes, Mary Jane Kelly
Vorgehen
Kehlschnitt, Verstümmelungen nach dem Tod
Verdächtige
Über 100 in der Forschung genannte Männer

Stand: Ungeklärt

Symbolbild zum Fall Die Hinterkaifeck-MordeCold Case

Die Hinterkaifeck-Morde

Datum
31.03.1922
Ort
Hinterkaifeck, Bayern
Land
Deutschland

Sechs Menschen werden auf einem Einödhof erschlagen. Der Täter bleibt offenbar noch Tage auf dem Hof.

Fallakte öffnen: Die Hinterkaifeck-Morde

In der Nacht zum 1. April 1922 werden auf dem Einödhof Hinterkaifeck bei Schrobenhausen sechs Menschen mit einer Reuthaue erschlagen: das Bauernpaar Andreas und Cäzilia Gruber, ihre verwitwete Tochter Viktoria Gabriel, deren Kinder Cäzilia (7) und Josef (2) sowie die Magd Maria Baumgartner, die erst an diesem Tag ihre Stelle angetreten hatte.

Andreas Gruber hatte kurz zuvor Fußspuren im Schnee entdeckt, die zum Hof führten, aber nicht zurück, und nachts Schritte auf dem Dachboden gehört. Nach der Tat blieb der Täter offenbar noch einige Tage: Das Vieh wurde gefüttert, im Herd brannte Feuer. Entdeckt wurden die Toten erst am 4. April. Trotz Hunderter Vernehmungen über Jahrzehnte wurde niemand überführt.

Opfer
6 Personen (Familie Gruber/Gabriel und Magd)
Tatwaffe
Reuthaue (Hacke)
Entdeckung
4. April 1922

Stand: Ungeklärt – der bekannteste unaufgeklärte Mordfall Deutschlands

Symbolbild zum Fall Die Sodder-KinderVermisst

Die Sodder-Kinder

Datum
24./25.12.1945
Ort
Fayetteville, West Virginia
Land
USA

Das Haus einer Großfamilie brennt an Weihnachten nieder. Von fünf Kindern werden keine Überreste gefunden.

Fallakte öffnen: Die Sodder-Kinder

In der Weihnachtsnacht 1945 brennt das Holzhaus der Familie Sodder in Fayetteville nieder. George und Jennie Sodder retten sich mit vier ihrer Kinder, fünf weitere bleiben verschwunden. Die Leiter, mit der George in den ersten Stock steigen wollte, ist nicht an ihrem Platz, seine Lastwagen springen nicht an, die Telefonleitung ist gekappt.

In der Asche werden keine eindeutigen menschlichen Überreste gefunden. Die Eltern glauben bis zu ihrem Tod, dass die Kinder vor dem Brand entführt wurden; George hatte sich öffentlich gegen Mussolini geäußert und war zuvor bedroht worden. Jahrzehntelang stand eine Plakatwand mit den Gesichtern der Kinder an der Straße.

Vermisst
Maurice, Martha, Louis, Jennie und Betty Sodder (5–14 Jahre)
Auffällig
Fehlende Leiter, gekappte Telefonleitung, keine Überreste
Theorie der Eltern
Entführung, Brand als Vertuschung

Stand: Ungeklärt

Ungeklärte Identität

Der Somerton Man

Datum
01.12.1948
Ort
Adelaide, Somerton Beach
Land
Australien

Ein gut gekleideter Toter am Strand, alle Etiketten entfernt, in einer versteckten Tasche ein Zettel: „Tamám Shud“.

Fallakte öffnen: Der Somerton Man

Am 1. Dezember 1948 wird am Somerton Beach in Adelaide ein toter Mann gefunden. Aus seiner Kleidung sind die Etiketten entfernt, Papiere hat er keine. In einer versteckten Uhrentasche steckt ein Papierschnipsel mit den Worten „Tamám Shud“ („Es ist vollbracht“), herausgerissen aus einer Ausgabe der Rubaiyat des Omar Khayyam. Die Todesursache bleibt ungeklärt, Ärzte vermuten eine Vergiftung.

Über siebzig Jahre bleibt der Mann namenlos. 2022 geben der Forscher Derek Abbott und die Genealogin Colleen Fitzpatrick bekannt, sie hätten ihn per DNA-Genealogie als Carl „Charles“ Webb identifiziert, einen Elektroingenieur aus Melbourne. Polizei und Rechtsmedizin in South Australia haben das Ergebnis bislang nicht offiziell bestätigt.

Fundort
Somerton Beach, Adelaide
Schlüsselspur
Zettel „Tamám Shud“ aus einem Rubaiyat-Band
Identifizierung
2022 durch Forscher (Carl Webb), behördlich unbestätigt

Stand: Identität wahrscheinlich geklärt, Todesursache offen

Symbolbild zum Fall Der „Boy in the Box“Cold Case

Der „Boy in the Box“

Datum
25.02.1957
Ort
Philadelphia, Pennsylvania
Land
USA

Ein misshandelter Junge liegt tot in einem Pappkarton. 65 Jahre lang weiß niemand, wer er war.

Fallakte öffnen: Der „Boy in the Box“

Am 25. Februar 1957 wird im Stadtteil Fox Chase in Philadelphia die Leiche eines vier- bis sechsjährigen Jungen gefunden, nackt, abgemagert, in einen Karton gelegt, in dem ursprünglich ein Kinderbett verkauft worden war. Trotz einer landesweiten Kampagne mit Hunderttausenden Suchplakaten bleibt er namenlos und wird als „America’s Unknown Child“ beigesetzt.

Im Dezember 2022 identifiziert die Polizei ihn mithilfe genetischer Genealogie als Joseph Augustus Zarelli. Wer ihn getötet hat, ist weiter offen.

Opfer
Joseph Augustus Zarelli (4–6 Jahre)
Fundort
Fox Chase, Philadelphia
Identifizierung
Dezember 2022 (DNA-Genealogie)

Stand: Identität geklärt, Täter unbekannt

Symbolbild zum Fall Das Unglück am Djatlow-PassCold Case

Das Unglück am Djatlow-Pass

Datum
01./02.02.1959
Ort
Nördlicher Ural (Cholat Sjachl)
Land
Russland

Neun erfahrene Skiwanderer verlassen nachts ihr Zelt, teils barfuß, bei extremer Kälte. Keiner überlebt.

Fallakte öffnen: Das Unglück am Djatlow-Pass

In der Nacht zum 2. Februar 1959 verlässt eine Gruppe von neun Skiwanderern um Igor Djatlow am Hang des Cholat Sjachl ihr Zelt, das von innen aufgeschnitten ist. Viele tragen nur Socken oder sind barfuß. Die Suchtrupps finden die Toten über Monate verteilt: Einige sind erfroren, andere haben schwere innere Verletzungen wie Schädel- und Rippenbrüche ohne äußere Wunden. Einer Toten fehlt die Zunge, an Kleidung werden Spuren von Radioaktivität gemessen.

Die sowjetischen Behörden sprechen damals von einer „unwiderstehlichen Naturgewalt“. 2020 erklärt die russische Generalstaatsanwaltschaft eine Schneebrettlawine zur Ursache, eine Studie von 2021 hält dieses Szenario für physikalisch plausibel. Zweifel und alternative Theorien halten sich trotzdem.

Opfer
9 Skiwanderer (Leitung: Igor Djatlow)
Befund
Erfrieren, schwere innere Verletzungen
Heutige Erklärung
Schneebrettlawine (Generalstaatsanwaltschaft 2020)

Stand: Offiziell als Lawinenunglück eingestuft, weiter diskutiert

Symbolbild zum Fall Die Morde am Bodom-SeeCold Case

Die Morde am Bodom-See

Datum
05.06.1960
Ort
Bodominjärvi, Espoo
Land
Finnland

Vier Jugendliche zelten am See. Ein Unbekannter greift das Zelt an, nur einer überlebt.

Fallakte öffnen: Die Morde am Bodom-See

In den frühen Morgenstunden des 5. Juni 1960 schlafen vier Jugendliche in einem Zelt am Bodom-See westlich von Helsinki. Ein Unbekannter greift sie durch die Zeltwand mit einem stumpfen Gegenstand und einem Messer an. Maila Björklund (15), Anja Mäki (15) und Seppo Boisman (18) sterben, Nils Gustafsson (18) überlebt schwer verletzt.

Jahrzehntelang werden verschiedene Verdächtige genannt, darunter ein Kioskbesitzer aus der Gegend. 2004 wird überraschend der Überlebende Gustafsson selbst angeklagt, 2005 aber freigesprochen.

Opfer
3 Tote, 1 Überlebender
Tathergang
Angriff von außen durch die Zeltwand
Prozess
Anklage gegen den Überlebenden 2004, Freispruch 2005

Stand: Ungeklärt – Finnlands bekanntester Mordfall

Symbolbild zum Fall Das Kennedy-AttentatCold Case

Das Kennedy-Attentat

Datum
22.11.1963
Ort
Dallas, Texas
Land
USA

Der US-Präsident wird in Dallas erschossen. Der mutmaßliche Täter stirbt zwei Tage später, bevor es zum Prozess kommt.

Fallakte öffnen: Das Kennedy-Attentat

Am 22. November 1963 wird Präsident John F. Kennedy in einer offenen Limousine auf der Dealey Plaza in Dallas von Schüssen in Hals und Kopf getroffen. Die Warren-Kommission kommt 1964 zu dem Ergebnis, dass Lee Harvey Oswald allein aus dem sechsten Stock des Schulbuchlagers geschossen hat. Oswald selbst wird zwei Tage nach dem Attentat von Jack Ruby erschossen; einen Prozess gibt es nie.

Der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses hält 1979 eine Verschwörung für „wahrscheinlich“, gestützt auf eine akustische Analyse, die später von Fachleuten verworfen wurde. Der Zapruder-Film und die „magische Kugel“ bleiben Ausgangspunkte zahlloser Theorien.

Opfer
John F. Kennedy
Tatort
Dealey Plaza, Dallas
Offizielle Version
Lee Harvey Oswald als Einzeltäter

Stand: Offiziell geklärt, bis heute umstritten

Symbolbild zum Fall Der Zodiac-KillerCold Case

Der Zodiac-Killer

Datum
20.12.1968
Ort
Nordkalifornien
Land
USA

Ein Serienmörder tötet in Kalifornien und schickt verschlüsselte Briefe an Zeitungen. Gefasst wurde er nie.

Fallakte öffnen: Der Zodiac-Killer

Zwischen 1968 und 1969 tötet der Zodiac-Killer in Nordkalifornien nachweislich fünf Menschen, zwei weitere überleben schwer verletzt. In Briefen an Zeitungen und Polizei behauptet er deutlich mehr Opfer, verhöhnt die Ermittler und legt Chiffren bei.

Die erste Chiffre knackte 1969 ein Ehepaar aus Salinas, die sogenannte 340er-Chiffre erst 2020 ein internationales Team von Hobby-Kryptologen. Den Täter verrieten beide nicht. Der bekannteste Verdächtige, Arthur Leigh Allen, starb 1992, ohne angeklagt worden zu sein.

Opfer
5 bestätigte Morde, 2 Überlebende
Zeitraum
1968–1969
Besonderheit
Chiffren und Bekennerbriefe

Stand: Ungeklärt

Symbolbild zum Fall Die Isdal-FrauUngeklärte Identität

Die Isdal-Frau

Datum
29.11.1970
Ort
Isdalen bei Bergen
Land
Norwegen

Eine teilweise verbrannte Tote in einem Tal bei Bergen. Sie reiste unter mindestens acht falschen Namen durch Europa.

Fallakte öffnen: Die Isdal-Frau

Am 29. November 1970 finden Wanderer im Isdalen-Tal bei Bergen die teilweise verbrannte Leiche einer Frau. In ihrem Körper finden sich große Mengen Schlaftabletten, aus ihrer Kleidung sind die Etiketten entfernt. Zwei Koffer, die sie am Bahnhof hinterlegt hatte, enthalten Perücken, Kleidung ohne Etiketten und ein Notizbuch mit verschlüsselten Einträgen.

Die Ermittlungen ergeben, dass sie mit mindestens acht falschen Identitäten durch Europa gereist war. Die Polizei schloss den Fall damals als Suizid. Isotopenanalysen, die der norwegische Sender NRK 2017 veranlasste, deuten darauf hin, dass sie um 1930 geboren wurde und ihre Kindheit im Raum Nürnberg verbrachte. Theorien reichen von Suizid bis zu Spionage im Kalten Krieg.

Fundort
Isdalen, Bergen
Spuren
Schlaftabletten, Brandbeschleuniger, entfernte Etiketten
Falsche Identitäten
mindestens 8

Stand: Identität ungeklärt

Symbolbild zum Fall D. B. CooperCold Case

D. B. Cooper

Datum
24.11.1971
Ort
Über Washington State
Land
USA

Ein Mann entführt ein Flugzeug, erpresst 200.000 Dollar und springt mit dem Fallschirm ab. Er wird nie gefunden.

Fallakte öffnen: D. B. Cooper

Am 24. November 1971 entführt ein Passagier, der sich „Dan Cooper“ nennt, eine Maschine der Northwest Orient Airlines. Als D. B. Cooper wurde er erst durch einen Übermittlungsfehler der Medien bekannt. In Seattle lässt er die Passagiere gegen 200.000 Dollar und vier Fallschirme frei, dann zwingt er die Crew zum Weiterflug Richtung Mexiko.

Irgendwo über dem Südwesten von Washington springt er nachts aus der hinteren Treppe ab. 1980 findet ein Junge am Ufer des Columbia River rund 5.800 Dollar aus dem Lösegeld. Das FBI stellte die aktiven Ermittlungen 2016 ein.

Name
„Dan Cooper“ (Pseudonym)
Tat
Flugzeugentführung, Erpressung von 200.000 Dollar
Spur
Lösegeldscheine, gefunden 1980 am Columbia River

Stand: Ungeklärt, FBI-Ermittlungen 2016 eingestellt

Symbolbild zum Fall Die Pfadfinderinnen-Morde von OklahomaCold Case

Die Pfadfinderinnen-Morde von Oklahoma

Datum
13.06.1977
Ort
Camp Scott, Oklahoma
Land
USA

Drei Mädchen werden in einem Sommerlager getötet. Der Angeklagte wird freigesprochen.

Fallakte öffnen: Die Pfadfinderinnen-Morde von Oklahoma

In der Nacht zum 13. Juni 1977 werden im Pfadfinderinnenlager Camp Scott die drei Mädchen Lori Lee Farmer (8), Michele Guse (9) und Doris Denise Milner (10) aus ihrem Zelt verschleppt, missbraucht und getötet. Ihre Leichen liegen am nächsten Morgen in der Nähe des Zeltes.

Die Polizei fasst den entflohenen Häftling Gene Leroy Hart. Die Jury spricht ihn 1979 frei; wenige Monate später stirbt er in Haft, wo er eine frühere Strafe verbüßt. 2022 erklärte der zuständige Sheriff, neue DNA-Untersuchungen wiesen auf Hart als Täter; eine gerichtliche Klärung ist nicht mehr möglich.

Opfer
Lori Lee Farmer, Michele Guse, Doris Denise Milner
Angeklagter
Gene Leroy Hart, 1979 freigesprochen
DNA 2022
Spur weist auf Hart, gerichtlich nicht mehr prüfbar

Stand: Juristisch ungeklärt

Symbolbild zum Fall Die Yuba County FiveVermisst

Die Yuba County Five

Datum
24.02.1978
Ort
Plumas National Forest, Kalifornien
Land
USA

Fünf junge Männer fahren nach einem Basketballspiel in die Berge. Vier werden tot gefunden, einer bleibt verschwunden.

Fallakte öffnen: Die Yuba County Five

Am 24. Februar 1978 besuchen fünf Männer aus Yuba County ein Basketballspiel in Chico. Auf der Heimfahrt verlassen sie aus unbekanntem Grund die Route und fahren hoch in die verschneiten Berge des Plumas National Forest. Ihr Auto wird später unbeschädigt gefunden; es hätte sich wohl freischieben lassen.

Im Juni werden vier von ihnen tot gefunden. Ted Weiher liegt in einem Wohnwagen der Forstbehörde, in dem es Vorräte und Brennmaterial gab, die er kaum angerührt hatte; er war über Wochen abgemagert. Gary Mathias, der an Schizophrenie litt, wurde nie gefunden.

Tot aufgefunden
Ted Weiher, Jack Madruga, Bill Sterling, Jackie Huett
Vermisst
Gary Mathias
Rätsel
Warum verließen sie das Auto?

Stand: Ungeklärt

Symbolbild zum Fall Der Mord auf der Viking SallyCold Case

Der Mord auf der Viking Sally

Datum
28.07.1987
Ort
Fähre Viking Sally, Ostsee
Land
International

Zwei deutsche Studenten werden im Schlafsack auf dem Deck einer Ostseefähre angegriffen. Einer stirbt.

Fallakte öffnen: Der Mord auf der Viking Sally

In der Nacht zum 28. Juli 1987 übernachten Klaus Schelkle (20) und Bettina Taxis (22) aus Baden-Württemberg in Schlafsäcken auf dem Hubschrauberdeck der Fähre Viking Sally zwischen Stockholm und Turku. Gegen 3.45 Uhr werden sie schwer verletzt gefunden. Klaus Schelkle stirbt, Bettina Taxis überlebt ohne Erinnerung an die Tat. Die Tatwaffe wurde nie gefunden.

Gefunden hatte die beiden eine Gruppe dänischer Pfadfinder. Einer von ihnen wurde 2020 angeklagt, nachdem er die Tat Jahre später angeblich gestanden hatte; ein finnisches Gericht sprach ihn 2021 frei. Das Schiff sank 1994 unter dem Namen Estonia.

Opfer
Klaus Schelkle (getötet), Bettina Taxis (schwer verletzt)
Tatort
Hubschrauberdeck der MS Viking Sally
Prozess
Anklage 2020, Freispruch 2021

Stand: Ungeklärt

Symbolbild zum Fall Der Tod von Uwe BarschelCold Case

Der Tod von Uwe Barschel

Datum
11.10.1987
Ort
Genf, Hotel Beau-Rivage
Land
Schweiz

Der zurückgetretene Ministerpräsident liegt bekleidet tot in einer Hotelbadewanne. Suizid oder Mord – geklärt wurde es nie.

Fallakte öffnen: Der Tod von Uwe Barschel

Am 11. Oktober 1987 findet ein Reporter des „Stern“ den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel bekleidet und tot in der Badewanne von Zimmer 317 im Genfer Hotel Beau-Rivage. Neun Tage zuvor war Barschel wegen der Kieler Affäre um die Bespitzelung seines Herausforderers Björn Engholm zurückgetreten – mit dem Satz „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“.

Todesursache ist eine Vergiftung mit mehreren Schlaf- und Beruhigungsmitteln, darunter Cyclobarbital. Die Genfer Behörden gingen von Suizid aus. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelte ab 1994 wegen Mordverdachts, stellte das Verfahren 1998 aber ein, ohne die Frage zu klären. Theorien über Waffengeschäfte und Geheimdienste sind nie belegt worden.

Opfer
Uwe Barschel (43)
Befund
Medikamentenvergiftung
Ermittlungen
Lübeck 1994–1998, eingestellt

Stand: Suizid oder Mord ungeklärt

Symbolbild zum Fall Sonja EngelbrechtCold Case

Sonja Engelbrecht

Datum
11.04.1995
Ort
München / Kipfenberg
Land
Deutschland

Eine 19-Jährige verschwindet nachts in München. 25 Jahre später liegt ihr Skelett in einer Felsspalte im Altmühltal.

Fallakte öffnen: Sonja Engelbrecht

In der Nacht zum 11. April 1995 trennt sich die 19-jährige Sonja Engelbrecht am Münchner Stiglmaierplatz von einem Bekannten, um aus einer Telefonzelle anzurufen. Danach verliert sich ihre Spur.

Im Sommer 2020 findet ein Waldarbeiter bei Kipfenberg im Landkreis Eichstätt, rund 100 Kilometer nördlich von München, einen Oberschenkelknochen in einer Felsspalte. Bei einer großen Suche 2022 werden weitere, in Folie gewickelte Knochen geborgen. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt und einem Täter mit Ortskenntnis aus.

Opfer
Sonja Engelbrecht (19)
Zuletzt gesehen
Stiglmaierplatz, München
Fundort
Felsspalte bei Kipfenberg (2020/2022)

Stand: Tötungsdelikt, Täter unbekannt

Symbolbild zum Fall Die Plaza-Frau („Jennifer Fairgate“)Ungeklärte Identität

Die Plaza-Frau („Jennifer Fairgate“)

Datum
03.06.1995
Ort
Oslo Plaza Hotel
Land
Norwegen

Eine Frau checkt unter falschem Namen ins Oslo Plaza ein und wird erschossen in ihrem verriegelten Zimmer gefunden.

Fallakte öffnen: Die Plaza-Frau („Jennifer Fairgate“)

Ende Mai 1995 checkt eine Frau unter dem Namen „Jennifer Fergate“ mit einer belgischen Adresse, die es nicht gibt, ins Oslo Plaza ein. Am 3. Juni will das Hotel die offene Rechnung klären. Als Mitarbeiter an Zimmer 2805 klopfen, fällt ein Schuss. Die Frau liegt tot im Bett, eine Pistole in der Hand; die Tür war von innen verriegelt.

Die Polizei schloss den Fall als Suizid. Kritiker verweisen auf Ungereimtheiten: den Griff um die Waffe, fehlende Ausweise, Kleidung ohne Etiketten. DNA- und Isotopenanalysen, die norwegische Medien 2017 veranlassten, deuten auf eine Herkunft aus Mitteleuropa. Wer sie war, ist bis heute unbekannt.

Alias
Jennifer Fergate / Fairgate
Fundort
Zimmer 2805, Oslo Plaza
Offizielle Einstufung
Suizid, umstritten

Stand: Identität ungeklärt

Symbolbild zum Fall Amy Lynn BradleyVermisst

Amy Lynn Bradley

Datum
24.03.1998
Ort
Kreuzfahrtschiff vor Curaçao
Land
International

Eine junge Frau verschwindet frühmorgens von Bord eines Kreuzfahrtschiffes in der Karibik.

Fallakte öffnen: Amy Lynn Bradley

Am frühen Morgen des 24. März 1998 verschwindet die 23-jährige Amy Lynn Bradley von Bord der Rhapsody of the Seas, kurz bevor das Schiff in Curaçao anlegt. Ihr Vater hatte sie gegen 5.15 Uhr schlafend auf dem Balkon der Familienkabine gesehen, kurz darauf war sie fort.

Eine Suche an Bord und auf See bleibt erfolglos. In den folgenden Jahren gibt es mehrere Sichtungen in der Karibik, darunter die Aussage eines US-Marinesoldaten, der ihr in einem Bordell begegnet sein will. Keine davon ist bestätigt.

Vermisst
Amy Lynn Bradley (23)
Zuletzt gesehen
Rhapsody of the Seas, vor Curaçao
Hypothesen
Sturz über Bord, Entführung, Menschenhandel

Stand: Vermisst

Symbolbild zum Fall Peggy KnoblochCold Case

Peggy Knobloch

Datum
07.05.2001
Ort
Lichtenberg, Oberfranken
Land
Deutschland

Eine Neunjährige verschwindet auf dem Heimweg. Ein Unschuldiger wird verurteilt, 15 Jahre später werden ihre Knochen gefunden.

Fallakte öffnen: Peggy Knobloch

Am 7. Mai 2001 verschwindet die neunjährige Peggy Knobloch in Lichtenberg auf dem Heimweg von der Schule. 2004 wird der geistig behinderte Ulvi K. nach einem später widerrufenen Geständnis wegen Mordes verurteilt; 2014 spricht ihn ein Gericht im Wiederaufnahmeverfahren frei.

Am 2. Juli 2016 findet ein Pilzsammler in einem Wald in Thüringen, rund 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt, Skelettteile des Mädchens. Eine DNA-Spur des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort erweist sich als Verunreinigung durch ein Messwerkzeug der Spurensicherung. 2018 gibt ein Mann zu, die Leiche dorthin gebracht, das Kind aber nicht getötet zu haben; das Verfahren wird 2020 eingestellt.

Opfer
Peggy Knobloch (9)
Fundort
Waldstück in Thüringen (2016)
Justizirrtum
Verurteilung von Ulvi K., Freispruch 2014

Stand: Tötung ungeklärt, Ermittlungen 2020 eingestellt

Symbolbild zum Fall Maura MurrayVermisst

Maura Murray

Datum
09.02.2004
Ort
Haverhill, New Hampshire
Land
USA

Nach einem Autounfall auf einer verschneiten Landstraße ist eine Studentin binnen Minuten verschwunden.

Fallakte öffnen: Maura Murray

Am Abend des 9. Februar 2004 kommt die 21-jährige Studentin Maura Murray auf der Route 112 in New Hampshire mit ihrem Auto von der Straße ab. Ein Busfahrer bietet Hilfe an, sie lehnt ab und bittet ihn, keine Polizei zu rufen. Als die Polizei wenige Minuten später eintrifft, ist sie fort.

Vor der Fahrt hatte sie ihren Professoren per E-Mail einen Todesfall in der Familie gemeldet, den es nicht gab, und fast ihr ganzes Guthaben abgehoben. Die Hypothesen reichen von einem Unfalltod im Wald über ein Verbrechen bis zum freiwilligen Untertauchen.

Vermisst
Maura Murray (21)
Zuletzt gesehen
Route 112, Haverhill
Hypothesen
Unfall im Wald, Verbrechen, Untertauchen

Stand: Vermisst

Symbolbild zum Fall Brian ShafferVermisst

Brian Shaffer

Datum
01.04.2006
Ort
Columbus, Ohio
Land
USA

Ein Medizinstudent betritt eine Bar. Die Kameras zeigen ihn beim Hineingehen, aber nie beim Verlassen.

Fallakte öffnen: Brian Shaffer

In der Nacht zum 1. April 2006 feiert der 27-jährige Medizinstudent Brian Shaffer mit Freunden in der Bar „Ugly Tuna Saloona“ in Columbus. Überwachungskameras zeichnen auf, wie er hineingeht und sich gegen 1.55 Uhr vor dem Eingang unterhält.

Eine Aufnahme, die ihn beim Verlassen zeigt, gibt es nicht. Ein Ausgang über eine Baustelle im Gebäude lag allerdings außerhalb des Kamerabereichs. Trotz intensiver Suche bleibt er verschwunden; die Hypothesen reichen von einem Unfall über ein Verbrechen bis zum Untertauchen.

Vermisst
Brian Shaffer (27)
Zuletzt gesehen
Ugly Tuna Saloona, Columbus
Rätsel
Keine Kameraaufnahme vom Verlassen

Stand: Vermisst

Symbolbild zum Fall Frauke LiebsCold Case

Frauke Liebs

Datum
20./21.06.2006
Ort
Paderborn
Land
Deutschland

Eine 21-Jährige verschwindet nach einem WM-Abend. Eine Woche lang ruft sie noch an, dann bricht der Kontakt ab.

Fallakte öffnen: Frauke Liebs

In der Nacht nach einem WM-Spiel im Juni 2006 verschwindet die 21-jährige Krankenpflegeschülerin Frauke Liebs in Paderborn auf dem Heimweg aus einem Pub.

In den folgenden Tagen meldet sie sich mehrmals per Handy bei Mitbewohner und Schwester, meist abends und nur kurz, und sagt etwa, sie komme bald nach Hause. Die Funkzellen liegen in und um Paderborn. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie unter Zwang telefonierte. Am 4. Oktober 2006 findet ein Jäger ihre Leiche in einem Waldstück bei Lichtenau. Der Täter ist bis heute unbekannt.

Opfer
Frauke Liebs (21)
Fundort
Waldgebiet bei Lichtenau (4. Oktober 2006)
Besonderheit
Telefonate über eine Woche nach dem Verschwinden

Stand: Mord ungeklärt

Symbolbild zum Fall Madeleine McCannVermisst

Madeleine McCann

Datum
03.05.2007
Ort
Praia da Luz, Algarve
Land
Portugal

Ein dreijähriges Mädchen verschwindet aus einer Ferienwohnung, während die Eltern in der Nähe zu Abend essen.

Fallakte öffnen: Madeleine McCann

Am Abend des 3. Mai 2007 verschwindet die fast vierjährige Madeleine McCann aus einem Apartment der Ferienanlage Ocean Club in Praia da Luz. Ihre Eltern essen mit Freunden in einer nahen Tapas-Bar und sehen abwechselnd nach den Kindern. Gegen 22 Uhr ist Madeleines Bett leer.

Die portugiesische Polizei führte die Eltern zeitweise als Verdächtige, stellte das Verfahren gegen sie aber 2008 ein. Seit 2020 gilt für die deutschen Ermittler ein wegen anderer Taten verurteilter Deutscher als Hauptverdächtiger, der 2007 an der Algarve lebte; er bestreitet die Tat und wurde im September 2025 aus der Haft entlassen. Angeklagt ist bislang niemand.

Vermisst
Madeleine McCann (3)
Zuletzt gesehen
Ocean Club, Praia da Luz
Stand
Hauptverdächtiger seit 2020, keine Anklage

Stand: Vermisst, Ermittlungen laufen

Symbolbild zum Fall Brandon SwansonVermisst

Brandon Swanson

Datum
14.05.2008
Ort
Bei Taunton, Minnesota
Land
USA

Ein Student bleibt nachts mit dem Auto im Graben stecken und telefoniert mit seinem Vater, bis die Verbindung abbricht.

Fallakte öffnen: Brandon Swanson

In der Nacht zum 14. Mai 2008 fährt der 19-jährige Brandon Swanson nach einer Feier heim, als sein Auto auf einem Feldweg in einem Graben hängen bleibt. Um 1.54 Uhr ruft er seine Eltern an; er glaubt, bei Lynd zu sein. Die Eltern finden ihn dort nicht.

Brandon läuft querfeldein auf Lichter zu und bleibt dabei rund 47 Minuten mit seinem Vater am Telefon. Dann ruft er „Oh shit!“, die Verbindung bricht ab. Sein Auto stand in Wahrheit nahe Taunton, weit entfernt von Lynd. Vermutet wird ein Unfall am Yellow Medicine River; gefunden wurde er nie.

Vermisst
Brandon Swanson (19)
Zuletzt gehört
Telefonat mit dem Vater, 14. Mai 2008
Hypothese
Unfall am Yellow Medicine River

Stand: Vermisst

Symbolbild zum Fall „Peter Bergmann“Ungeklärte Identität

„Peter Bergmann“

Datum
16.06.2009
Ort
Sligo
Land
Irland

Ein Mann checkt unter falschem Namen in Sligo ein, entsorgt tagelang seine Habseligkeiten und wird tot am Strand gefunden.

Fallakte öffnen: „Peter Bergmann“

Am 12. Juni 2009 reist ein älterer Mann mit deutschem oder österreichischem Akzent nach Sligo und checkt als „Peter Bergmann“ mit einer Wiener Adresse ein, die es nicht gibt. In den folgenden Tagen verlässt er das Hotel mehrmals mit einer violetten Plastiktüte und kehrt ohne sie zurück; Kameras zeigen, wie er seine Sachen offenbar Stück für Stück loswird.

Am 16. Juni wird er tot am Strand von Rosses Point gefunden. Aus seiner Kleidung sind die Etiketten entfernt. Die Obduktion ergibt eine weit fortgeschrittene, unbehandelte Krebserkrankung; Todesursache ist Ertrinken. Wer er war, ist unbekannt.

Name
Unbekannt (Alias „Peter Bergmann“)
Fundort
Rosses Point, Sligo
Obduktion
Ertrinken, fortgeschrittene Krebserkrankung

Stand: Identität ungeklärt

Symbolbild zum Fall Phoebe HandsjukCold Case

Phoebe Handsjuk

Datum
02.12.2010
Ort
Melbourne
Land
Australien

Eine junge Frau stirbt im Müllraum eines Hochhauses, nachdem sie durch den Müllschacht gefallen ist. Offiziell ein Unfall.

Fallakte öffnen: Phoebe Handsjuk

Am 2. Dezember 2010 wird die 24-jährige Phoebe Handsjuk im Müllraum eines Apartmenthauses in Melbourne gefunden. Sie war zwölf Stockwerke durch den engen Müllschacht gestürzt und im Verdichter schwer verletzt worden; sie verblutete.

Der Coroner kam 2014 zu dem Ergebnis, sie sei unter dem Einfluss von Alkohol und dem Schlafmittel Zolpidem selbst in den Schacht geklettert – ein Unfall. Ihre Familie und mehrere Fachleute halten das für kaum vorstellbar und fordern bis heute neue Ermittlungen.

Opfer
Phoebe Handsjuk (24)
Todesort
Müllverdichter eines Hochhauses, Melbourne
Befund Coroner (2014)
Unfall unter Medikamenteneinfluss

Stand: Offiziell Unfall, von der Familie angezweifelt

Symbolbild zum Fall Elisa LamCold Case

Elisa Lam

Datum
31.01.2013
Ort
Los Angeles, Cecil Hotel
Land
USA

Nach einem verstörenden Aufzugvideo verschwindet eine Studentin. Wochen später liegt sie im Wassertank auf dem Hoteldach.

Fallakte öffnen: Elisa Lam

Die 21-jährige kanadische Studentin Elisa Lam reist Anfang 2013 allein durch Kalifornien und wohnt im Cecil Hotel in Los Angeles. Am 31. Januar wird sie zuletzt gesehen. Die Polizei veröffentlicht ein Aufzugvideo, auf dem sie alle Knöpfe drückt, auf den Flur späht und seltsam gestikuliert.

Am 19. Februar findet ein Hausmeister nach Beschwerden über das Leitungswasser ihre Leiche in einem der Wassertanks auf dem Dach; die Luke stand offen. Die Rechtsmedizin stellte Ertrinken als Unfall fest, eine bipolare Störung sei ein wesentlicher Faktor gewesen. Wie sie aufs Dach und in den Tank gelangte, beschäftigt Online-Ermittler bis heute.

Opfer
Elisa Lam (21)
Fundort
Wassertank auf dem Dach des Cecil Hotel
Befund
Unfalltod durch Ertrinken

Stand: Offiziell Unfall, häufig angezweifelt

Symbolbild zum Fall Kris Kremers und Lisanne FroonVermisst

Kris Kremers und Lisanne Froon

Datum
01.04.2014
Ort
Boquete, Pianista Trail
Land
Panama

Zwei Niederländerinnen kehren nicht von einer Wanderung zurück. Ihr Rucksack enthält Notrufprotokolle und Nachtfotos.

Fallakte öffnen: Kris Kremers und Lisanne Froon

Am 1. April 2014 brechen die Studentinnen Kris Kremers (21) und Lisanne Froon (22) in Boquete zu einer Wanderung auf dem Pianista Trail auf. Sie kehren nicht zurück. Ihre Handys versuchen in den folgenden Tagen immer wieder, die Notrufnummern 112 und 911 zu erreichen – ohne Netz.

Etwa zehn Wochen später wird ihr Rucksack an einem Flussufer gefunden, darin Handys, Geld und eine Kamera mit rund 90 Fotos aus der Nacht des 8. April. Kurz darauf werden Knochen und ein Fuß in einem Wanderschuh entdeckt. Die Behörden in Panama gehen von einem Unfall aus, andere halten ein Verbrechen für möglich. Die Belege und die offenen Fragen habe ich mit Annette Nenner im Buch „Verschollen in Panama“ und auf der Forensik-Seite zusammengetragen.

Vermisst
Kris Kremers (21), Lisanne Froon (22)
Letzter Weg
Pianista Trail bei Boquete
Beweismittel
Rucksack mit Handys, Kamera und Notrufprotokollen

Stand: Behörden: Unfall – bis heute umstritten

Symbolbild zum Fall Lars MittankVermisst

Lars Mittank

Datum
08.07.2014
Ort
Flughafen Varna
Land
Bulgarien

Ein junger Deutscher rennt panisch aus dem Flughafen in Varna, klettert über einen Zaun und verschwindet.

Fallakte öffnen: Lars Mittank

Am 8. Juli 2014 soll der 28-jährige Lars Mittank nach einem Urlaub am Goldstrand von Varna nach Hause fliegen. Nach einer Schlägerei einige Tage zuvor hat er eine Verletzung am Ohr; ein Flughafenarzt rät ihm vom Fliegen ab.

Als ein Mann den Behandlungsraum betritt, gerät Lars in Panik und rennt davon, ohne Gepäck. Überwachungskameras zeigen, wie er über das Gelände läuft, über einen Zaun klettert und in Richtung eines Feldes verschwindet. Seiner Mutter hatte er zuvor am Telefon gesagt, er fühle sich verfolgt. Ob eine akute psychische Krise oder eine reale Bedrohung dahintersteckte, ist offen.

Vermisst
Lars Mittank (28)
Zuletzt gesehen
Flughafen Varna
Beweismittel
Kameraaufnahmen seiner Flucht

Stand: Vermisst

Symbolbild zum Fall Magdalena ŻukCold Case

Magdalena Żuk

Datum
30.04.2017
Ort
Marsa Alam / Port Ghalib
Land
Ägypten

Eine Polin verhält sich im Ägyptenurlaub plötzlich panisch und verwirrt. Kurz darauf stirbt sie nach einem Sturz aus einem Krankenhausfenster.

Fallakte öffnen: Magdalena Żuk

Im April 2017 fliegt die 27-jährige Magdalena Żuk allein nach Marsa Alam; ihr Freund kann wegen eines Passproblems nicht mitreisen. Innerhalb kurzer Zeit verändert sich ihr Verhalten stark: Sie wirkt verängstigt und verwirrt, ein Videotelefonat mit ihrem Freund zeigt sie aufgelöst.

Sie wird in ein Krankenhaus in Port Ghalib gebracht, wo sie aus einem Fenster stürzt und kurz darauf stirbt. Ägyptische und polnische Behörden gehen von einem Suizid in einer akuten Psychose aus. Theorien über Drogen, Missbrauch oder Menschenhandel sind nicht belegt.

Opfer
Magdalena Żuk (27)
Ort
Marsa Alam / Port Ghalib
Offizielle Einstufung
Suizid in akuter psychischer Krise

Stand: Offiziell Suizid, umstritten

Symbolbild zum Fall Rebecca ReuschVermisst

Rebecca Reusch

Datum
18.02.2019
Ort
Berlin-Britz
Land
Deutschland

Eine 15-Jährige verschwindet morgens aus dem Haus ihrer Schwester in Berlin. Ihr Schwager steht im Fokus der Ermittlungen.

Fallakte öffnen: Rebecca Reusch

Am Morgen des 18. Februar 2019 verschwindet die 15-jährige Rebecca Reusch aus dem Haus ihrer Schwester in Berlin-Britz, wo sie übernachtet hatte. In der Schule kommt sie nie an. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie das Haus nicht lebend verlassen hat.

Im Fokus steht ihr Schwager, der an diesem Morgen mit ihr im Haus war. Das Auto der Familie wurde am 18. und 19. Februar vom Kennzeichenerfassungssystem auf der A12 Richtung Frankfurt (Oder) registriert. Er wurde zweimal festgenommen und wieder freigelassen und bestreitet die Tat; angeklagt ist er nicht. Im Oktober 2025 durchsuchte die Polizei erneut Grundstücke in Brandenburg. Rebecca wurde bis heute nicht gefunden.

Vermisst
Rebecca Reusch (15)
Zuletzt
Haus der Schwester, Berlin-Britz
Stand
Ermittlungen laufen, keine Anklage

Stand: Vermisst

Methode

Wie die Einträge entstehen

  • Belegtes zuerst

    Grundlage sind Mitteilungen von Polizei und Justiz, Gerichtsentscheidungen, seriöse Berichterstattung und Fachliteratur.

  • Theorien als Theorien

    Hypothesen stehen im Eintrag, sind aber als solche benannt. Was widerlegt ist, sage ich dazu.

  • Respekt vor Betroffenen

    Keine Tatortfotos, keine Verdächtigungen gegen Menschen, die nicht angeklagt oder verurteilt sind.

Zum Weiterlesen

Meine Bücher zu True Crime

Verschollen in Panama

Die Rekonstruktion des Falls Kris Kremers und Lisanne Froon – aus Ermittlungsakten, forensischen Berichten und fünf Monaten Recherche vor Ort. Mit Annette Nenner.

Die Sucht nach Verbrechen

Warum True Crime so viele Menschen fesselt – und was passiert, wenn Internetdetektive selbst zu ermitteln beginnen. Achtzehn Fälle, darunter Frauke Liebs.

FAQ

Häufige Fragen zu SPURLOS

Was ist das SPURLOS-Lexikon?

SPURLOS ist ein Nachschlagewerk zu ungeklärten Vermisstenfällen, Cold Cases und Toten ohne Identität aus Deutschland und der Welt. Es umfasst derzeit 32 Fälle, von Kaspar Hauser bis Rebecca Reusch. Jeder Eintrag fasst die belegten Eckdaten zusammen und trennt sie von Theorien und Gerüchten.

Was ist ein Cold Case?

Ein Cold Case ist ein ungeklärter Kriminalfall, in dem über längere Zeit nicht mehr aktiv ermittelt wird, weil keine neuen Hinweise vorliegen. Neue Spuren, bessere DNA-Verfahren oder genetische Genealogie können dazu führen, dass ein solcher Fall Jahrzehnte später wieder aufgenommen wird.

Was unterscheidet einen Vermisstenfall von einem Cold Case?

Bei einem Vermisstenfall ist der Verbleib eines Menschen unbekannt. Ein Cold Case ist ein ungeklärter Kriminal- oder Todesfall, bei dem das Opfer bekannt ist, der Täter oder der Hergang aber nicht. Die dritte Kategorie im Lexikon sind Tote, deren Identität nicht oder erst sehr spät geklärt wurde, etwa die Isdal-Frau oder der Somerton Man.

Welche Quellen nutzt das Lexikon?

Öffentlich zugängliche Informationen: Mitteilungen von Polizei und Staatsanwaltschaften, Gerichtsentscheidungen, Berichte seriöser Medien und Fachliteratur. Beim Fall Kris Kremers und Lisanne Froon kommt die eigene Auswertung der Ermittlungsakten hinzu. Was nur behauptet oder vermutet wird, ist als Theorie gekennzeichnet.

Wie aktuell sind die Einträge?

Die Einträge geben den Stand vom September 2026 wieder. Bei laufenden Ermittlungen, etwa in den Fällen Rebecca Reusch oder Madeleine McCann, kann sich die Lage jederzeit ändern. Maßgeblich sind dann die Mitteilungen der zuständigen Behörden.

Zeigen die Bilder Opfer oder Tatorte?

Nein. Die Bilder zu den Fällen sind Symbolbilder und keine Fotos aus den Ermittlungen.

Was soll ich tun, wenn ich einen Hinweis zu einem Fall habe?

Hinweise gehören direkt an die zuständige Polizei oder Staatsanwaltschaft, nicht in soziale Netzwerke oder Kommentarspalten. Namen und Verdächtigungen öffentlich zu verbreiten, kann Unbeteiligten schaden und Ermittlungen gefährden.

Hinweise zu einem Fall gehören an die zuständige Polizei oder Staatsanwaltschaft. Die Einträge beruhen auf öffentlich zugänglichen Informationen (Stand September 2026) und ersetzen keine amtlichen Auskünfte.

Die Bilder zu den Fällen sind Symbolbilder. * Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, für Sie ändert sich am Preis nichts.