
Ein SS-Richter jagt SS-Verbrechen – und gerät zwischen obsessiver Liebe, totalitärer Macht und der Frage, ob Recht in einem Unrechtsstaat überhaupt möglich ist.
Der einzige Mann, der systematisch gegen SS-Verbrechen ermittelte, war selbst SS-Richter: Konrad Morgen klagte über 200 SS-Männer an, ermittelte in Auschwitz und Buchenwald – und kämpfte privat gegen Himmlers Rassenwahn. Basierend auf erstmals ausgewerteten Privatbriefen erzählt Christian Hardinghaus die dramatische Geschichte zwischen Recht und Unrecht, zwischen obsessiver Liebe und totalitärer Macht. Von der Ostfront bis zu den Nürnberger Prozessen.
Historische Biografie · NS-Justiz · Konrad Morgen
Der Fall Konrad Morgen: ein SS-Richter im Inneren des Unrechtsstaats
Ein Jurist in SS-Uniform, der gegen Verbrechen von SS-Angehörigen ermittelte — und doch Teil eines Systems blieb, das Recht, Moral und Menschlichkeit zerstörte. Der Fall Konrad Morgen rekonstruiert eine widersprüchliche Biografie zwischen NS-Justiz, Konzentrationslagern und Nachkriegsprozessen.
Worum es in „Der Fall Konrad Morgen“ geht
Recht, Schuld und Verantwortung im Inneren der SS-Justiz
Valentin Georg Konrad Morgen zählt zu den irritierendsten Figuren der NS-Justiz. Als SS-Richter untersuchte er Verbrechen von SS-Angehörigen, unter anderem im Umfeld von Konzentrationslagern. Seine Ermittlungen führten ihn in eine Welt aus Korruption, Mord, Machtmissbrauch und bürokratisch organisierter Gewalt.
Doch Morgens Fall lässt sich nicht in eine einfache Heldenerzählung verwandeln. Er handelte nicht außerhalb des Systems, sondern in dessen Uniform, Sprache und Befehlslogik. Gerade diese Spannung macht seine Geschichte historisch so schwer einzuordnen.
Der SS-Richter
Konrad Morgen war Jurist im Dienst der SS. Seine Verfahren zeigen, wie juristische Formen in einem Staat weiterbestanden, der Recht systematisch pervertierte.
Die Ermittlungen
Morgen untersuchte Verbrechen einzelner SS-Angehöriger, darunter Mord, Bereicherung und Korruption im Umfeld der Lager-SS.
Die historische Frage
Das Buch fragt, was Verantwortung bedeutet, wenn jemand gegen bestimmte Verbrechen ermittelt und zugleich Teil einer verbrecherischen Organisation bleibt.
Neue Quellen und quellenkritische Einordnung
Eine Biografie jenseits einfacher Etiketten
Die Darstellung verbindet historische Rekonstruktion mit quellenkritischer Analyse. Im Zentrum stehen nicht nur Morgens Ermittlungen, sondern auch private Korrespondenzen, Nachlassdokumente und Prozesszusammenhänge, die seine Rolle neu beleuchten.
Besonderes Gewicht erhält dabei die Beziehung zu Maria Wachter. Sie öffnet einen Blick auf private Konflikte, Loyalitäten und biografische Brüche innerhalb einer Welt, in der Ideologie und Bürokratie bis in persönliche Entscheidungen hineinwirkten.
Private Briefe
Korrespondenzen machen sichtbar, wie persönliche Nähe, Selbstbild und politische Wirklichkeit ineinandergriffen.
Prozesszusammenhänge
Morgens Aussagen nach 1945 werden im Spannungsfeld von Strafverfolgung, Erinnerung und Selbstentlastung betrachtet.
KZ-Ermittlungen
Die Untersuchungen in Lagern wie Buchenwald, Lublin und Auschwitz werden in die Struktur der SS-Hierarchie eingeordnet.
Konrad Morgens Lebensweg
Von der juristischen Karriere zur Konfrontation mit Verbrechen der SS
Für wen dieses Buch geschrieben ist
Historisches Sachbuch für Leserinnen und Leser, die einfache Antworten misstrauen
Dieses Buch richtet sich an alle, die sich für NS-Geschichte, Täterforschung, Justiz im Nationalsozialismus und die moralischen Grauzonen historischer Biografien interessieren. Es verbindet erzählerische Rekonstruktion mit wissenschaftlicher Sorgfalt.
Für historisch Interessierte
Eine quellennahe Annäherung an eine Figur, die bis heute Fragen nach Recht und Verantwortung aufwirft.
Für Leser von Biografien
Ein Lebensweg, der private Konflikte, berufliche Ambitionen und politische Verstrickung miteinander verbindet.
Für die Auseinandersetzung mit NS-Justiz
Ein Fall, der zeigt, wie juristische Verfahren und verbrecherische Herrschaft nebeneinander bestehen konnten.
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Häufige Fragen zu Konrad Morgen und dem Buch
Wer war Konrad Morgen?
Konrad Morgen war ein deutscher Jurist und SS-Richter. Bekannt wurde er durch Ermittlungen gegen Verbrechen von SS-Angehörigen im Umfeld von Konzentrationslagern.
Erzählt das Buch eine Heldengeschichte?
Nein. Das Buch untersucht einen widersprüchlichen Juristen, der gegen bestimmte SS-Verbrechen ermittelte und zugleich Teil des SS-Systems blieb.
Auf welchen Themen liegt der Schwerpunkt?
Im Mittelpunkt stehen NS-Justiz, SS, Konzentrationslager, private Quellen, Nachkriegsprozesse und die Frage nach Verantwortung im Unrechtsstaat.
Wann ist „Der Fall Konrad Morgen“ erschienen?
Das Buch ist am 29. Januar 2026 im Europa Verlag erschienen.
Erhältlich als
Der Fall Konrad Morgen — erschienen im Europa Verlag.
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