Christian Hardinghaus · Generation Heimatlos
Die Studie in Zahlen
Ergänzend zum Buch: die vollständigen aggregierten Ergebnisse der eigenen Onlinebefragung 2026 zu Kriegsenkeln, Heimatgefühl und familiärer Weitergabe – für alle, die tiefer einsteigen wollen, als es der Buchumfang erlaubt.
Grundlage ist ausschließlich die Gruppe der 411 Befragten, die den Fragebogen zur Generation-Heimatlos-Studie vollständig abgeschlossen haben (Status „complete“). Gezeigt werden reine Häufigkeitsauszählungen ohne Kreuztabellen; für Zusammenhänge, Methodik, Stichprobenbeschreibung und die Grenzen der Erhebung siehe Kapitel 8 sowie den Anhang des Buches „Generation Heimatlos“. Aus Datenschutzgründen enthält diese Seite keine Freitextantworten und keine Einzelfallangaben.
Der Onlinefragebogen wurde öffentlich über die sozialen Medien des Autors sowie zusätzlich in mehr als 50 Facebook-Gruppen verbreitet. Dabei wurde auf eine breite thematische und regionale Streuung geachtet. Zu den angesprochenen Gruppen gehörten insbesondere regionale Gruppen aus allen Bundesländern sowie Gruppen zu Familien- und Ahnenforschung, Kriegsenkeln, Psychologie und den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Eine gezielte Verbreitung in parteipolitisch oder eindeutig politisch positionierten Gruppen erfolgte nicht.
Eine vollständige Dokumentation sämtlicher Gruppen und Weiterverteilungen ist nicht möglich, da der öffentlich zugängliche Fragebogen von anderen Nutzern weitergeteilt werden konnte und einige der ursprünglich genutzten Gruppen inzwischen nicht mehr vollständig nachvollziehbar sind.
Die Stichprobe stellt keine Zufallsstichprobe der deutschen Bevölkerung dar und ist nicht repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung. Teilnehmende mit familiärem Flucht- oder Vertreibungshintergrund sind in der Untersuchung deutlich überrepräsentiert. Dies dürfte sowohl mit den gewählten Rekrutierungswegen als auch mit thematischer Selbstselektion zusammenhängen: Menschen, für die Heimatverlust, Flucht, Vertreibung oder mögliche generationenübergreifende Folgen familiär eine besondere Bedeutung besitzen, hatten vermutlich eine höhere Motivation, an einer entsprechenden Befragung teilzunehmen. Eine Quotierung nach Vertreibungshintergrund erfolgte nicht.
Die dargestellten Ergebnisse beschreiben daher ausschließlich die untersuchte Stichprobe. Die Prozentwerte sind deskriptive Häufigkeiten und erlauben für sich genommen weder eine Übertragung auf die Gesamtbevölkerung noch Aussagen über Kausalzusammenhänge.
Wer hat teilgenommen: Soziodemografie der Stichprobe
Grundlage aller folgenden Auswertungen sind die 411 vollständig ausgefüllten Fragebögen der Onlinebefragung 2026 (Methodik und Grenzen der Stichprobe: Kapitel 8 und Anhang des Buches).
Altersgruppen der Befragten
Wie alt sind Sie?
n = 411 von 411 Befragten
Geschlecht
Welchem Geschlecht fühlen Sie sich zugehörig?
n = 411 von 411 Befragten
Höchster Bildungsabschluss
Was ist Ihr höchster Bildungsabschluss?
n = 411 von 411 Befragten
Wohnumfeld
In welcher Art von Wohnumfeld leben Sie?
n = 411 von 411 Befragten
Wohnland
In welchem Land leben Sie derzeit?
n = 411 von 411 Befragten
Familiengeschichte, Vertreibung und NS-Vergangenheit
Kapitel 3 und 12: Was die Befragten über die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte ihrer eigenen Familie wissen – und welche Rolle die NS-Zeit darin spielt.
Wie gut ist die eigene Familiengeschichte bekannt?
Wie gut kennen Sie die Geschichte Ihrer Familie für die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit?
n = 411 von 411 Befragten
Waren Eltern/Großeltern von Flucht oder Vertreibung betroffen?
Gab es in Ihrer Familie Eltern oder Großeltern, die infolge des Zweiten Weltkriegs von Flucht oder Vertreibung betroffen waren?
n = 411 von 411 Befragten
Herkunftsregionen der betroffenen Familienmitglieder Mehrfachnennungen möglich
Aus welchen Regionen stammten diese Familienmitglieder?
Bezugsbasis der Prozentanteile: Gesamtstichprobe (n = 411) · Mehrfachnennungen möglich; daher kann die Summe der Prozentwerte mehr als 100 % betragen.
Eingeschätzte Haltung der Familie zum Nationalsozialismus
Wie würden Sie die Haltung Ihrer Familie zum Nationalsozialismus einschätzen?
n = 411 von 411 Befragten
Bekannte NS-Organisationszugehörigkeit von Eltern/Großeltern Mehrfachnennungen möglich
Ist Ihnen bekannt, ob Eltern oder Großeltern Ihrer Familie während der NS-Zeit Mitglied in einer der folgenden Organisationen waren?
Bezugsbasis der Prozentanteile: Gesamtstichprobe (n = 411) · Mehrfachnennungen möglich; daher kann die Summe der Prozentwerte mehr als 100 % betragen.
Schweigen, Erzählen, Weitergabe
Kapitel 11: Wie in den Familien über den Krieg gesprochen wurde – und worüber nicht.
Wie wurde in der Familie über die Kriegszeit gesprochen?
Wie wurde in Ihrer Familie über die Zeit des Zweiten Weltkriegs gesprochen?
n = 411 von 411 Befragten
Themen, die in Familiengesprächen über diese Zeit eine Rolle spielten Mehrfachnennungen möglich
Welche Themen spielten in Familiengesprächen über diese Zeit eine Rolle?
Bezugsbasis der Prozentanteile: Gesamtstichprobe (n = 411) · Mehrfachnennungen möglich; daher kann die Summe der Prozentwerte mehr als 100 % betragen.
Heimatverständnis der Befragten
Kapitel 9: Wo Heimat verortet wird, wie positiv der Begriff besetzt ist und wie die Befragten zu den ehemaligen deutschen Ostgebieten stehen.
Wo wird die eigene Heimat am ehesten verortet?
Wo würden Sie Ihre Heimat am ehesten verorten?
n = 411 von 411 Befragten
Wie positiv oder negativ ist der Begriff Heimat persönlich besetzt?
Wie positiv oder negativ ist der Begriff Heimat für Sie persönlich besetzt?
n = 411 von 411 Befragten
Spielt Heimat im eigenen Denken/Fühlen eine wichtige Rolle?
Spielt der Begriff Heimat in Ihrem Denken oder Fühlen eine wichtige Rolle?
n = 411 von 411 Befragten
»Ich empfinde Deutschland als meine Heimat.«
Ich empfinde Deutschland als meine Heimat.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich empfinde auch eine Familienregion als Heimat, die heute nicht mehr zu Deutschland gehört.«
Ich empfinde auch eine Familienregion als Heimat, die heute nicht mehr zu Deutschland gehört oder aus der meine Familie vertrieben wurde – auch wenn ich selbst nie dort gelebt habe.
n = 411 von 411 Befragten
»Es fällt mir schwer zu sagen, was Heimat für mich ist.«
Es fällt mir schwer, überhaupt zu sagen, was Heimat für mich ist.
n = 411 von 411 Befragten
»Der Begriff Heimat ist in Deutschland zu Unrecht negativ besetzt.«
Ich glaube, dass der Begriff Heimat in Deutschland zu Unrecht negativ besetzt ist.
n = 411 von 411 Befragten
»Die ehemaligen deutschen Ostgebiete und die Geschichte von Flucht/Vertreibung fehlen im öffentlichen Bewusstsein.«
Ich habe den Eindruck, dass die ehemaligen deutschen Ostgebiete und die Geschichte von Flucht und Vertreibung heute in Deutschland zu wenig thematisiert werden.
n = 411 von 411 Befragten
»Es ist historisch/politisch selbstverständlich, dass die ehemaligen deutschen Ostgebiete heute zu anderen Staaten gehören.«
Ich halte es heute historisch und politisch für selbstverständlich, dass die ehemaligen deutschen Ostgebiete zu anderen Staaten gehören.
n = 411 von 411 Befragten
Die geerbte Unruhe: Der Trauma-Index
Kapitel 7 und 10: Acht Spuren familiärer Nachwirkung, erfasst über 14 Einzelitems – von Bindungsverhalten bis Verlustangst. Der im Buch verwendete Trauma-Index ist ein für diese Untersuchung gebildeter Auswertungsindex und kein klinisches Diagnoseinstrument. Er erlaubt keine individuelle Diagnose einer Traumatisierung oder transgenerationalen Traumafolge.
»Ich finde es schwer, mich an einem Ort wirklich niederzulassen.«
Ich finde es schwer, mich an einem Ort wirklich niederzulassen und anzukommen.
n = 411 von 411 Befragten
»Ein Wechsel von Wohnung/Arbeitsplatz kann ein starkes Unruhegefühl auslösen.«
Schon ein Wechsel von Wohnung, Arbeitsplatz oder vertrauter Umgebung kann in mir ein starkes Gefühl von Unsicherheit auslösen.
n = 411 von 411 Befragten
»Im Hotel packe ich meinen Koffer meist nicht ganz aus.«
Wenn ich in einem Hotel oder in einer anderen Reiseunterkunft übernachte, packe ich meinen Koffer meist nicht vollständig aus.
n = 411 von 411 Befragten
»Auch wohlfühlend bleibt manchmal das Gefühl, jederzeit wieder wegzumüssen.«
Auch wenn ich mich an einem Ort wohlfühle, bleibt manchmal das Gefühl, jederzeit wieder wegzumüssen.
n = 411 von 411 Befragten
»Selbst wenn etwas gut ist, denke ich oft, es könnte nur vorläufig sein.«
Selbst wenn etwas gut ist, denke ich oft unwillkürlich, dass es nur vorläufig sein könnte.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich trage manchmal eine innere Last, die nicht nur aus dem eigenen Leben stammt.«
Ich habe manchmal das Gefühl, eine innere Last mit mir zu tragen, die nicht nur aus meinem eigenen Leben stammt.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich kenne eine Sehnsucht nach etwas Vertrautem, ohne zu wissen wonach.«
Ich kenne eine Sehnsucht nach etwas Vertrautem oder Ankommendem, ohne genau sagen zu können, wonach.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich will mich im Leben so behaupten, dass ich nie zum Opfer werde.«
Ich habe das Bedürfnis, mich im Leben so zu behaupten, dass ich nie zum Opfer werde.
n = 411 von 411 Befragten
»Es fällt mir schwer, Dinge wegzugeben oder keine Vorräte zu haben.«
Es fällt mir schwer, Dinge ungenutzt wegzugeben oder keine Vorräte im Haus zu haben.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich stelle mir manchmal vor, dass Vertrautes plötzlich verloren gehen könnte.«
Ich habe manchmal die Vorstellung, dass das, was mir vertraut ist, plötzlich verloren gehen oder nicht mehr sicher sein könnte.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich habe gelegentlich Träume/innere Bilder von Krieg, Flucht oder Gewalt.«
Ich habe gelegentlich Träume oder innere Bilder von Krieg, Flucht oder Gewalt, obwohl ich so etwas selbst nicht erlebt habe.
n = 411 von 411 Befragten
»Die – kaum erzählte – Geschichte meiner Familie beeinflusst mein Leben bis heute.«
Ich glaube, dass die Geschichte meiner Familie – auch wenn sie mir kaum erzählt wurde – mein Leben beeinflusst.
n = 411 von 411 Befragten
»Es fällt mir schwer, in Beziehungen wirklich Nähe zuzulassen.«
Es fällt mir schwer, in Beziehungen wirklich Nähe zuzulassen und mich sicher zu fühlen.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich habe früh gelernt, für andere zu sorgen und eigene Bedürfnisse zurückzustellen.«
Ich habe früh gelernt, gut für andere zu sorgen, aber meine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.
n = 411 von 411 Befragten
Nation, Patriotismus und Vertrauen in Institutionen
Kapitel 6 und 9: Wie die Befragten zu nationaler Identität stehen und wie stark sie zentralen Institutionen vertrauen.
»Ein gesundes Heimatgefühl ist etwas Positives.«
Ein gesundes Heimatgefühl ist etwas Positives.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich empfinde Stolz darauf, Deutscher/Deutsche zu sein.«
Ich empfinde Stolz darauf, Deutscher oder Deutsche zu sein.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich bin stolz auf das politische System und das Grundgesetz Deutschlands.«
Ich bin stolz auf das politische System und das Grundgesetz Deutschlands.
n = 411 von 411 Befragten
»Ich empfinde den Begriff Patriotismus als problematisch.«
Ich selbst empfinde den Begriff Patriotismus als problematisch.
n = 411 von 411 Befragten
»Die deutsche Geschichte belastet das Verhältnis vieler Menschen zu Heimat/nationaler Identität.«
Die deutsche Geschichte belastet das Verhältnis vieler Menschen zu Heimat und nationaler Identität bis heute.
n = 411 von 411 Befragten
»Ein negatives Verhältnis zu Heimat ist heute oft politisch/medial geprägt.«
Ich glaube, dass ein negatives Verhältnis zu Heimat heute oft politisch, gesellschaftlich oder medial vorgeprägt wird.
n = 411 von 411 Befragten
Politische Selbsteinordnung
Wo würden Sie sich politisch insgesamt einordnen?
n = 411 von 411 Befragten
Vertrauen: Bundesregierung
Bundesregierung
n = 411 von 411 Befragten
Vertrauen: Justiz
Justiz
n = 411 von 411 Befragten
Vertrauen: etablierte Medien
etablierten Medien wie überregionalen Tageszeitungen, öffentlich-rechtlichem Rundfunk oder großen Nachrichtenportalen?
n = 411 von 411 Befragten
Vertrauen: alternative Medienangebote
ausgewählten, alternativen Medienangeboten (YouTube-Kanäle, Blogs, unabhängige Nachrichtenportale)
n = 411 von 411 Befragten
Heimat heute: neue Zugehörigkeit und der Vergleich mit aktueller Flucht
Schluss und Epilog: Ob und unter welchen Bedingungen Zuwanderer eine neue Heimat finden können – und wie die Befragten die NS-Vertreibung mit heutigen Fluchtbewegungen vergleichen.
»Menschen aus anderen Kulturen sollen in Deutschland eine neue Heimat finden können.«
Menschen aus anderen Kulturen sollen in Deutschland eine neue Heimat finden können.
n = 411 von 411 Befragten
Was gehört für die Befragten dazu, damit Zuwanderer wirklich eine neue Heimat finden? Mehrfachnennungen möglich
Was gehört für Sie dazu, damit Menschen in Deutschland wirklich eine neue Heimat finden können?
Bezugsbasis der Prozentanteile: Gesamtstichprobe (n = 411) · Mehrfachnennungen möglich; daher kann die Summe der Prozentwerte mehr als 100 % betragen.
»Deutschland sollte Menschen, die heute vor Krieg/Verfolgung/Vertreibung fliehen, Schutz bieten.«
Deutschland sollte Menschen aus anderen Kulturen, die heute vor Krieg, Verfolgung oder Vertreibung fliehen, Schutz gewähren.
n = 411 von 411 Befragten
»Die Flucht-/Vertreibungserfahrungen der Deutschen nach 1945 sind mit heutigen Fluchtbewegungen in wichtigen Punkten vergleichbar.«
Die Flucht- und Vertreibungserfahrungen der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg sind in wichtigen Punkten mit heutigen Fluchterfahrungen vergleichbar.
n = 411 von 411 Befragten
Worin die Befragten die wichtigsten Unterschiede zu heutigen Fluchtbewegungen sehen Mehrfachnennungen möglich
Worin sehen Sie am ehesten wichtige Unterschiede zwischen der Vertreibung der Deutschen nach 1945 und heutigen Fluchtbewegungen nach Deutschland?
Bezugsbasis der Prozentanteile: Gesamtstichprobe (n = 411) · Mehrfachnennungen möglich; daher kann die Summe der Prozentwerte mehr als 100 % betragen.
- Buchseite: Generation Heimatlos. Die stille Erbschaft des Zweiten Weltkriegs
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