Heute, am 19. Oktober 2026, erscheint mein neues Buch „Generation Heimatlos. Die stille Erbschaft des Zweiten Weltkriegs“.

Neu ab heute · Europa Verlag
Generation Heimatlos
Die stille Erbschaft des Zweiten Weltkriegs
Kaum ein deutsches Wort ist so emotional aufgeladen wie Heimat. Für die einen bedeutet sie Geborgenheit, Herkunft und Zugehörigkeit. Andere verbinden damit Abgrenzung, Nationalismus und eine belastete Vergangenheit.
Gerade deshalb ist Heimat heute wieder erstaunlich präsent. Wir diskutieren über gesellschaftlichen Zusammenhalt, Migration, Ost und West, regionale Identität und darüber, was Menschen eigentlich miteinander verbindet.
Für Deutschland ist diese Frage untrennbar mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Der Nationalsozialismus vereinnahmte den Heimatbegriff ideologisch. Gleichzeitig verloren Millionen Menschen durch Flucht, Vertreibung, Bombenkrieg und Grenzverschiebungen tatsächlich ihre Heimat.
Mich beschäftigt seit Jahren, was davon in den Familien geblieben ist.
Was geben Familien weiter?
Für meine bisherigen Bücher habe ich mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen. Dabei begegneten mir immer wieder Fluchtgeschichten, Bombennächte, Hunger und verlorene Orte – aber ebenso Schweigen, Leerstellen und widersprüchliche Familienerzählungen.
In „Generation Heimatlos“ gehe ich deshalb einen Schritt weiter: Was haben Kinder und Enkel dieser Generation übernommen?
Nicht Schuld.
Schuld wird nicht vererbt.
Aber Erfahrungen können Familien prägen. Ängste, Verlustgefühle, Schweigen, Erziehungsmuster oder eine starke Sehnsucht nach Sicherheit können über Generationen nachwirken.
Das Buch verbindet historische Analyse mit erzählerisch verdichteten Familiengeschichten und einer eigenen Befragung aus dem Jahr 2026.
411 Fragebögen über Heimat und Familiengeschichte
Grundlage des empirischen Teils sind 411 vollständig abgeschlossene Fragebögen. Gefragt wurde unter anderem nach familiären Erfahrungen mit Krieg, Flucht und Vertreibung, nach dem Umgang mit diesen Erinnerungen und nach dem heutigen Verständnis von Heimat.
Die Untersuchung ist keine repräsentative Bevölkerungsstudie. Sie zeigt aber interessante Muster innerhalb der befragten Gruppe und macht sichtbar, wie unterschiedlich Familien mit ihrer Vergangenheit umgehen.
Vor allem zeigt sich: Es gibt nicht den Kriegsenkel.
Manche Familien erzählen viel, andere fast nichts. Manche Nachkommen fühlen sich Orten verbunden, an denen sie selbst nie gelebt haben. Andere lehnen den Heimatbegriff vollständig ab.
Heimat muss niemanden ausschließen
Am Ende läuft das Buch auf eine einfache Frage hinaus:
Können wir Heimat denken, ohne sie wieder ideologisch aufzuladen?
Ich glaube: ja.
Heimat muss weder Blut noch Boden bedeuten. Sie kann dort entstehen, wo Menschen Bindung, Sicherheit und Zugehörigkeit erfahren. Man kann mehrere Heimaten haben. Und man kann sich einem Land verbunden fühlen, ohne deshalb andere auszuschließen.
„Generation Heimatlos“ ist deshalb kein nostalgisches Buch und keine Abrechnung mit der deutschen Erinnerungskultur.
Es ist ein Versuch, Widersprüche auszuhalten.
Über Schuld zu sprechen – und über Leid.
Über Täter – und über Opfer.
Über Geschichte – und darüber, was von ihr bis heute in unseren Familien weiterlebt.
„Generation Heimatlos. Die stille Erbschaft des Zweiten Weltkriegs“ ist ab heute erhältlich.
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Christian Hardinghaus
19. Oktober 2026
Zum Weiterlesen und Hören: Über meinen Vortrag auf der Fachtagung im Hessischen Landtag schreibe ich in „Flucht und Vertreibung der Deutschen“. Am 24. Oktober lese ich im HAUS SCHLESIEN aus „Generation Heimatlos“ – alle Termine finden Sie unter Lesungen und Termine.

