Befehl & Bereitschaft · Lexikon zu Staat, NSDAP, SS und Wehrmacht

Aufbau des NS-Staates: Organisationen und Befehlsstrukturen

Organisationen, Behörden und Befehlsstrukturen des nationalsozialistischen Herrschaftsapparats von 1933 bis 1945 – kompakt erschlossen und ausführlich erklärt.

100 Einträge 4 Organisationsbereiche 1933–1945

Ein Geflecht konkurrierender Zuständigkeiten

Der Aufbau des NS-Staates folgte keiner übersichtlichen Befehlskette. Ministerien und staatliche Behörden, NSDAP-Dienststellen, SS- und Polizeiapparat sowie militärische Kommandobehörden bestanden nebeneinander, konkurrierten miteinander und verfügten häufig über bewusst überlappende Zuständigkeiten.

Dieses Lexikon erklärt 100 Organisationen und Behörden des Nationalsozialismus. Es erschließt ihre Abkürzungen, vollständigen Namen, Aufgaben, Unterstellungen, Führungspersonen und historischen Zusammenhänge. Die Einträge lassen sich nach Organisationsbereich filtern und über Namen, Kürzel oder Stichwörter durchsuchen.

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Einträge im Überblick

Wehrmacht

BdU – Befehlshaber der U-Boote

Befehlshaber der U-Boote

Zentrale Kommandostelle der deutschen U-Boot-Waffe zur operativen Leitung und Koordination des U-Boot-Kriegs.

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BdU – Befehlshaber der U-Boote

Der Befehlshaber der U-Boote (BdU) war die zentrale Führungsstelle der deutschen U-Boot-Waffe. Von hier aus liefen die Meldungen der Kommandanten aus allen Operationsgebieten zusammen. Auf großformatigen Karten im Stabsraum wurden die U-Boote täglich neu markiert – das taktische Nervenzentrum eines unsichtbaren Krieges unter Wasser.

Auftrag & Aufgaben

  • Gesamtleitung und operative Führung der U-Boot-Einsätze
  • Ausbildung und taktische Schulung der Kommandanten
  • Entwicklung von Einsatzverfahren, Funkverkehr und Koordination mit dem OKM

Unterstellung & Organisation

Der BdU war ab 1939 direkt dem Oberkommando der Marine (OKM) unterstellt. Die Dienststelle bestand aus drei Hauptabteilungen:

  • Operative Abteilung – Planung und Durchführung der Unternehmungen
  • Organisationsabteilung – Personal, Ausbildung, Material
  • Nachrichtenabteilung – Funk, Aufklärung, Verschlüsselung

Die Zentrale befand sich nacheinander in Wilhelmshaven, Paris und Berlin.

Führende Befehlshaber

  • 1936–1943: Karl Dönitz – Aufbau der U-Boot-Flotte, Einführung der „Wolfsrudel“-Taktik
  • 1943–1945: Admiral Eberhard Godt – operative Leitung nach Dönitz’ Ernennung zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine

Wichtige Stützpunkte

  • Kiel – Ausbildungs- und Ausrüstungshafen
  • Wilhelmshaven – frühe Hauptbasis der U-Boot-Waffe
  • Brest, Lorient, St. Nazaire, La Pallice – Atlantikbasen mit massiven Bunkeranlagen
Kontext: Beteiligung an Kriegsverbrechen / völkerrechtswidrige Befehle
Unter dem Kommando von Karl Dönitz wurde 1942 der „Laconia-Befehl“ erlassen, der Rettungsmaßnahmen für Schiffbrüchige nach Angriffen untersagte. Dieser Befehl wurde nach Kriegsende rechtlich bewertet und als Teil der Eskalation des Seekriegs eingestuft. Der BdU blieb organisatorisch eine militärische Führungsinstanz; die Bewertung einzelner Befehle erfolgte nach 1945 durch alliierte Gerichte.

Quellenlage / Hinweise

Kriegstagebücher des BdU, Funksprüche, Prozessunterlagen aus Nürnberg, Memoiren Dönitz’ sowie Forschungsliteratur zur U-Boot-Waffe (u. a. Blair, Busch/Röll). Die Überlieferung erlaubt eine ungewöhnlich präzise Rekonstruktion der Kommandostruktur.

Staat & Ministerien

MBF – Militärbefehlshaber in Frankreich

Militärbefehlshaber in Frankreich

Zentrale deutsche Besatzungsbehörde im besetzten Frankreich, zuständig für militärische Sicherung, Verwaltung und wirtschaftliche Ausnutzung.

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MBF – Militärbefehlshaber in Frankreich

Nach dem Sieg über Frankreich im Juni 1940 errichtete das Oberkommando der Wehrmacht die Dienststelle des Militärbefehlshabers in Frankreich (MBF). Von Paris aus leitete sie die gesamte deutsche Besatzungsverwaltung in der sogenannten „Besetzten Zone“. Der MBF war die Schaltzentrale des militärischen und wirtschaftlichen Alltags der Okkupation.

Auftrag & Aufgaben

  • Aufrechterhaltung der militärischen Sicherheit und Ordnung im besetzten Gebiet
  • Verwaltung der französischen Behörden im Sinne der deutschen Besatzungsmacht
  • Überwachung der Wirtschaft, der Polizei und der Presse
  • Abführung französischer Industrie- und Agrarleistungen an das Deutsche Reich

Unterstellung & Organisation

Der MBF unterstand direkt dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und agierte im Auftrag der militärischen Führung, nicht der NSDAP. Die Dienststelle gliederte sich in vier Hauptabteilungen:

  • Verwaltungsabteilung – Koordination der französischen Behörden, Justiz, Schulwesen
  • Wirtschaftsabteilung – Kontrolle von Industrie, Handel und Rohstoffen
  • Militärverwaltung – Sicherheit, Truppenbewegungen, Infrastruktur
  • Propaganda-Abteilung – Zensur, Presse, Film und Rundfunk (→ siehe „Ausgetrickt – Das Lexikon der Manipulation & Propaganda“)

Sitz der Behörde war das Hotel Majestic in Paris. Zweigstellen existierten in Dijon, Nantes und Bordeaux.

Führende Militärbefehlshaber

  • 1940–1942: General Otto von Stülpnagel – Aufbau der Militärverwaltung
  • 1942–1944: General Carl-Heinrich von Stülpnagel – Repressionsmaßnahmen nach zunehmendem Widerstand

Verwaltungsbereiche & Zuständigkeit

  • Besetzte Zone – Nord- und Westfrankreich unter deutscher Kontrolle
  • Unbesetzte Zone – Südfrankreich bis November 1942 formell unter Vichy-Regierung
  • Nach 1942: Erweiterung auf ganz Frankreich
Kontext: Beteiligung an Repression und Deportationen
Der MBF arbeitete mit der französischen Polizei und dem Vichy-Regime bei der Bekämpfung des Widerstands zusammen. Die deutsche Polizei (Gestapo, SD) war formal nicht dem MBF unterstellt, nutzte jedoch seine Infrastruktur. Teile der Wirtschaftsabteilung waren in die Enteignung jüdischen Eigentums eingebunden, die logistische Verantwortung lag jedoch überwiegend bei zivilen und polizeilichen Stellen.

Quellenlage / Hinweise

Akten der Militärverwaltung in Paris, Prozessunterlagen, Tagebücher von Besatzungsoffizieren sowie französische Verwaltungsquellen. Forschung u. a. von Paxton, Burrin und Woller.

Wehrmacht

OKM – Oberkommando der Marine

Oberkommando der Marine

Zentrale Führungsinstanz der Kriegsmarine für Planung, Organisation und operative Leitung der deutschen Seestreitkräfte.

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OKM – Oberkommando der Marine

Das Oberkommando der Marine (OKM) war die oberste Führungsinstanz der deutschen Kriegsmarine. Von Berlin aus koordinierte es alle strategischen, technischen und personellen Belange der Seestreitkräfte. Hier liefen die Planungen für Flottenbau, U-Boot-Krieg, Personalwesen und operative Einsätze zusammen.

Auftrag & Aufgaben

  • Gesamtleitung der Kriegsmarine, strategische und operative Planung
  • Koordination von Schiffbau, Bewaffnung, Ausbildung und Logistik
  • Führung der Teilbereiche: Flottenkommando, U-Boot-Waffe, Küstensicherung

Unterstellung & Organisation

Das OKM war direkt dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) unterstellt und wurde vom Oberbefehlshaber der Marine geführt. Es gliederte sich in drei Hauptbereiche:

  • Marinekommandoamt – operative Führung und Einsatzplanung
  • Allgemeines Marineamt – Personal, Verwaltung, Recht
  • Rüstungsabteilung – Werften, Ausrüstung, Materialbeschaffung

Führende Personen

  • 1935–1943: Großadmiral Erich Raeder – Aufbau der Kriegsmarine und Flottenpläne
  • 1943–1945: Großadmiral Karl Dönitz – Schwerpunktverlagerung auf U-Boot-Krieg
Kontext: Befehlsstruktur und rechtliche Bewertung
Das OKM war eine rein militärische Kommandobehörde und Teil des OKW. Einzelne Befehle (z. B. zur Handelskriegsführung) wurden nach Kriegsende völkerrechtlich geprüft. Die Institution selbst wurde als Bestandteil der regulären Streitkräfte bewertet.

Quellenlage / Hinweise

Akten des Marinekommandos, Kriegstagebücher, Befehle des OKM, Prozessakten aus Nürnberg, Forschung u. a. von Rohwer, Blair, Koop/Schmolke.

SS & Polizei

Gestapo – Geheime Staatspolizei

Geheime Staatspolizei

Zentrale politische Polizei des NS-Staates zur Überwachung, Verfolgung und Unterdrückung politischer Gegner.

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Gestapo – Geheime Staatspolizei

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war das wichtigste Instrument des NS-Staates zur politischen Kontrolle. Sie überwachte die Bevölkerung, verfolgte Regimegegner und koordinierte die Zusammenarbeit mit SS und SD.

Auftrag & Aufgaben

  • Bekämpfung politischer Gegner des NS-Regimes
  • Überwachung von Kirchen, Minderheiten und Opposition
  • Koordination mit SS, SD und Kriminalpolizei im RSHA

Unterstellung & Organisation

Die Gestapo war ab 1939 Teil des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) und damit Himmler direkt unterstellt. Sie bestand aus regionalen Staatspolizeileitstellen und untergeordneten Außenstellen in allen besetzten Gebieten.

Leitende Personen

  • 1933–1936: Rudolf Diels – Aufbau der Gestapo
  • 1936–1945: Heinrich Müller – Leiter der Gestapo im RSHA
Kontext: Repression und Verfolgung
Die Gestapo spielte eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung politischer Gegner, der Überwachung der Bevölkerung und der Durchführung von Deportationen. Sie arbeitete eng mit SS, SD und Polizei zusammen. Nach Kriegsende wurde sie als verbrecherische Organisation eingestuft.

Quellenlage / Hinweise

RSHA-Akten, Verhörprotokolle, Prozessakten, Forschung von Krausnick, Longerich, Wildt und Browning.

NSDAP & Gliederungen

Deutscher Volkssturm – Volkssturm (1944–1945)

Volkssturm (1944–1945)

Letzte militärische Reserveorganisation des NS-Staates zur Verteidigung des Reichs im Endstadium des Krieges.

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Deutscher Volkssturm

Der Deutsche Volkssturm wurde im Oktober 1944 auf direkten Befehl Hitlers gebildet, als der Krieg längst verloren war. Er sollte alle waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren erfassen, die nicht bereits in der Wehrmacht dienten. Unter Leitung der NSDAP organisiert, war der Volkssturm die letzte Mobilisierung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft.

Auftrag & Aufgaben

  • Verteidigung des Reichsgebiets gegen die vorrückenden Alliierten
  • Bewachung von Brücken, Nachschubwegen und Schlüsselstellungen
  • Schaffung einer „letzten Verteidigungsfront“ im Inneren

Unterstellung & Organisation

Der Volkssturm unterstand formal dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie dem Reichsleiter der NSDAP. Die Organisation erfolgte über die Gauleitungen, Kreisleiter und Blockwarte. Uniformen und Waffen waren uneinheitlich, Ausbildung kaum vorhanden.

Führende Funktionäre

  • Martin Bormann – politische Gesamtleitung im Auftrag Hitlers
  • Gauleiter – Organisation der Bataillone auf regionaler Ebene

Einsatzgebiete & Realität

  • Verteidigung der Städte Berlin, Breslau, Königsberg und Wien
  • Uneinheitlicher Einsatz; vielfach Zusammenbruch ohne Gefechte
  • Symbol einer zusammenbrechenden Diktatur – propagandistisch überhöht
Kontext: Propaganda & Instrumentalisierung
Der Volkssturm wurde von Joseph Goebbels propagandistisch als Aufruf zum „totalen Widerstand“ inszeniert. In Wirklichkeit fehlten Waffen, Ausbildung und Führung. Die Organisation hatte hohen Symbolwert, aber nur geringe militärische Wirkung. Zahlreiche Zivilisten kamen in sinnlosen Kämpfen ums Leben.

Quellenlage / Hinweise

Reden und Aufrufe des Propagandaministeriums, Berichte von Gauleitungen, Zeitzeugen, sowie Forschung von Frieser, Bartov und Münkel.

Staat & Ministerien

RAD – Reichsarbeitsdienst

Reichsarbeitsdienst

Staatlicher Arbeitsdienst zur Arbeitsbeschaffung, vormilitärischen Ausbildung und ideologischen Erziehung der Jugend.

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Reichsarbeitsdienst (RAD)

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine paramilitärisch organisierte Arbeitsorganisation, die aus den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Weimarer Zeit hervorging. Unter dem Motto „Arbeit adelt“ wurde der Dienst 1935 gesetzlich verpflichtend und diente der ideologischen Erziehung, Disziplinierung und später der militärischen Vorbereitung der Jugend.

Auftrag & Aufgaben

  • Beschäftigung arbeitsloser Jugendlicher in Infrastruktur- und Landwirtschaftsprojekten
  • Vormilitärische Ausbildung und Disziplinierung
  • Einsatz zur militärischen Unterstützung ab 1939 (z. B. Schanzarbeiten, Luftwaffenhilfe)

Unterstellung & Organisation

Der RAD unterstand dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl und wurde dem Reichsministerium des Innern zugeordnet. Er gliederte sich in Arbeitsgaue, Gruppen und Abteilungen und verfügte über eigene Uniformen, Fahnen und Dienstgrade, die an militärische Formen angelehnt waren.

Leitung

  • Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl – seit 1931 Aufbau, ab 1934 Reichsleiter der NSDAP

Einsatzgebiete & Bedeutung

  • Infrastrukturarbeiten im gesamten Reich (Straßenbau, Deichbau, Flurbereinigung)
  • Unterstützung der Wehrmacht an Front und Heimat
  • Ideologische Prägung der Jugend – Pflichtjahr für Männer und Frauen
Kontext: Militarisierung & Ideologie
Der RAD diente als Instrument nationalsozialistischer Erziehung und Vorbereitung auf den Wehrdienst. Während des Krieges wurde er zunehmend militärisch eingesetzt, etwa im Osten oder beim Bau von Befestigungen. Nach 1945 wurde der Dienst aufgelöst; seine Struktur gilt als frühes Beispiel staatlich gelenkter Massenorganisation.

Quellenlage / Hinweise

Dienstvorschriften, Propagandamaterial, RAD-Zeitungen, Prozessunterlagen, Forschung von Hachtmann, Grunberger, Schlemmer.

Wehrmacht

OKW – Oberkommando der Wehrmacht

Oberkommando der Wehrmacht

Zentrale Kommandobehörde der Wehrmacht, zuständig für strategische Gesamtplanung und Koordination der Teilstreitkräfte.

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OKW – Oberkommando der Wehrmacht

Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) entstand 1938 nach der Entlassung Blombergs und war die oberste militärische Kommandobehörde des Deutschen Reichs. Es diente Hitler als persönlicher Führungsstab und koordinierte Heer, Marine und Luftwaffe auf strategischer Ebene.

Auftrag & Aufgaben

  • Strategische Gesamtplanung und Führung der Wehrmacht
  • Koordination der Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe
  • Militärische Beratung Hitlers und Umsetzung seiner Direktiven

Unterstellung & Organisation

Das OKW war direkt Hitler unterstellt und gliederte sich in mehrere Ämter:

  • Wehrmachtführungsamt (WFA) – operative Planung und Lage
  • Amt Ausland/Abwehr – militärischer Nachrichtendienst (unter Admiral Canaris)
  • Allgemeines Wehrmachtsamt – Verwaltung, Recht, Organisation
  • Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt – Material und Produktion

Führende Personen

  • 1938–1945: Wilhelm Keitel – Chef des OKW
  • 1938–1945: Alfred Jodl – Chef des Wehrmachtführungsamts
Kontext: Entscheidungsstruktur & Verantwortung
Das OKW war direkt in die militärische Führung des Angriffskriegs eingebunden. Nach 1945 wurden Keitel und Jodl in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher verurteilt. Die Behörde selbst diente als militärischer Stab Hitlers ohne eigene politische Kompetenz.

Quellenlage / Hinweise

Akten des Wehrmachtführungsstabs, Prozessakten Nürnberg, Lageberichte, Forschung von Messerschmidt, Hürter, Krausnick.

Wehrmacht

OKH – Oberkommando des Heeres

Oberkommando des Heeres

Zentrale Kommandobehörde des Heeres, verantwortlich für Führung, Organisation und Einsatzplanung des Landheers.

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OKH – Oberkommando des Heeres

Das Oberkommando des Heeres (OKH) war die oberste Führungsinstanz der Landstreitkräfte. Es plante, leitete und organisierte die Operationen des Heeres im Zweiten Weltkrieg und war bis 1941 auch für alle Ostfeldzüge verantwortlich.

Auftrag & Aufgaben

  • Operative Führung und Einsatzplanung der Heeresverbände
  • Personalwesen, Ausbildung und Nachschub
  • Koordination mit OKW und Generalstab des Heeres

Führende Personen

  • 1938–1942: Generaloberst Franz Halder – Generalstabschef
  • 1942–1944: Generaloberst Kurt Zeitzler – operative Leitung an der Ostfront
  • 1944–1945: General Heinz Guderian – Panzerstratege und letzter Generalstabschef
Kontext: Operationen & Verantwortung
Das OKH war maßgeblich an der Planung des Ostfeldzugs beteiligt. Ab 1941 unterstand es direkt Hitler, wodurch die Eigenständigkeit der Heeresführung stark eingeschränkt wurde. Teile des Stabes waren in Besatzungsmaßnahmen eingebunden.

Quellenlage / Hinweise

Kriegstagebücher, Lagekarten, Prozessakten, Memoiren von Halder und Guderian, Forschung von Hürter, Frieser, Förster.

Wehrmacht

OKL – Oberkommando der Luftwaffe

Oberkommando der Luftwaffe

Oberste Führungsinstanz der Luftwaffe, zuständig für Organisation, Rüstung und Einsatz der Luftstreitkräfte.

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OKL – Oberkommando der Luftwaffe

Das Oberkommando der Luftwaffe (OKL) leitete alle strategischen und operativen Belange der deutschen Luftwaffe. Unter Hermann Göring vereinte es Rüstungswesen, Personalführung, Einsatzplanung und Luftverteidigung in einer zentralen Behörde.

Auftrag & Aufgaben

  • Strategische und operative Führung der Luftstreitkräfte
  • Organisation von Ausbildung, Technik und Flakabwehr
  • Koordination mit Luftflotten und Rüstungsministerium

Führende Personen

  • 1935–1945: Reichsmarschall Hermann Göring – Oberbefehlshaber
  • 1939–1945: Generalfeldmarschall Erhard Milch – Rüstung und Produktion
Kontext: Führung & Machtkonzentration
Die Struktur des OKL war stark auf Göring zentriert. Durch Ineffizienz und Rivalitäten mit dem Rüstungsministerium kam es ab 1943 zu organisatorischen Krisen, die die Schlagkraft der Luftwaffe erheblich schwächten.

Quellenlage / Hinweise

Luftwaffenakten, Einsatzberichte, Prozessakten Görings, Forschung von Irving, Müller, Overy.

Wehrmacht

GenStdH – Generalstab des Heeres

Generalstab des Heeres

Zentrale Planungs- und Führungsstelle des Heeres für Strategie, Ausbildung und operative Kriegführung.

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Generalstab des Heeres

Der Generalstab des Heeres war das intellektuelle Zentrum der militärischen Planung. Er entwarf Strategien, bildete Offiziere aus und bereitete operative Einsätze vor. Seine Tradition reichte bis in die preußische Armee zurück.

Auftrag & Aufgaben

  • Ausarbeitung strategischer und operativer Konzepte
  • Beratung der Heeresführung und des OKH
  • Ausbildung des Führungsnachwuchses an der Kriegsakademie

Führende Offiziere

  • Generaloberst Ludwig Beck – bis 1938 Chef des Generalstabs
  • Franz Halder, Heinz Guderian – führende Planer und Theoretiker
Kontext: Tradition & Widerstand
Teile des Generalstabs beteiligten sich am militärischen Widerstand gegen Hitler. Beck und Halder gehörten zu den Offizieren, die den Kurs der NS-Führung kritisch sahen. Nach dem 20. Juli 1944 wurde die Institution gleichgeschaltet.

Quellenlage / Hinweise

Tagebücher, Lageberichte, Ausbildungsunterlagen, Forschung von Messerschmidt, Wette, Förster.

SS & Polizei

RSHA – Reichssicherheitshauptamt

Reichssicherheitshauptamt

Zentrale Dachbehörde der SS für Geheimdienst, Polizei und politische Überwachung im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten.

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RSHA – Reichssicherheitshauptamt

Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) wurde 1939 unter Reinhard Heydrich geschaffen, um die Geheimdienst- und Polizeiapparate des NS-Staates zu zentralisieren. Es vereinte Gestapo, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst (SD) unter einem Dach und war das organisatorische Herz der staatlichen Repressions- und Überwachungsstrukturen.

Auftrag & Aufgaben

  • Leitung und Koordination der Gestapo, Kripo und des SD
  • Bekämpfung politischer Gegner, Spionageabwehr und Kontrolle der Bevölkerung
  • Erstellung sicherheitspolitischer Lageberichte für die NS-Führung

Unterstellung & Organisation

Das RSHA unterstand dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler und gliederte sich in sieben Ämter (I–VII), darunter:

  • Amt IV – Geheime Staatspolizei (Gestapo)
  • Amt V – Kriminalpolizei (Kripo)
  • Amt III – SD-Inland
  • Amt VI – SD-Ausland

Leitende Personen

  • 1939–1942: Reinhard Heydrich – Gründer und erster Chef
  • 1943–1945: Ernst Kaltenbrunner – Nachfolger Heydrichs
Kontext: Rolle im Sicherheitsapparat
Das RSHA war die Schaltstelle der deutschen Sicherheitspolitik und vereinte Geheimdienst und Polizei in einer Behörde. Seine Struktur ermöglichte eine vollständige politische Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung. Nach 1945 wurde es als verbrecherische Organisation eingestuft.

Quellenlage / Hinweise

Organisationsakten, Lageberichte, Prozessakten, Forschung von Krausnick, Wildt, Browning, Longerich.

SS & Polizei

SD – Sicherheitsdienst des Reichsführers SS

Sicherheitsdienst des Reichsführers SS

Geheimdienst der SS zur Beobachtung von Gegnern und Überwachung der Bevölkerung im In- und Ausland.

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SD – Sicherheitsdienst des Reichsführers SS

Der Sicherheitsdienst (SD) war der Nachrichtendienst der SS und zunächst eine parteiinterne Einrichtung zur Beobachtung politischer Gegner. Unter Heydrich und Himmler entwickelte er sich zu einem umfassenden Geheimdienstsystem, das das gesamte öffentliche Leben ausforschte.

Auftrag & Aufgaben

  • Beobachtung und Analyse politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen
  • Erstellung von Lageberichten für SS-Führung und NSDAP
  • Auslandsaufklärung und Spionagebekämpfung (ab 1939 im RSHA)

Leitung & Unterstellung

  • Reinhard Heydrich – Aufbau des SD (ab 1932)
  • Ernst Kaltenbrunner – Leitung im RSHA ab 1943

Der SD war ab 1939 organisatorisch im RSHA integriert (Ämter III und VI).

Kontext: Informationskontrolle
Der SD erstellte detaillierte Lageberichte über Stimmung und Verhalten der Bevölkerung. Diese Berichte dienten der politischen Steuerung und ideologischen Kontrolle. Seine Tätigkeit war ein Schlüssel zur Aufrechterhaltung des diktatorischen Systems.

Quellenlage / Hinweise

SD-Berichte, Organisationsakten, Prozessunterlagen, Forschung von Wildt, Longerich, Gellately.

SS & Polizei

OrPo – Ordnungspolizei

Ordnungspolizei

Zentral organisierte Polizeibehörde unter SS-Kontrolle, zuständig für Schutz-, Kriminal- und Gendarmeriedienste.

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Ordnungspolizei (OrPo)

Die Ordnungspolizei (OrPo) vereinte ab 1936 alle Polizeikräfte des Deutschen Reiches in einer zentralen Organisation. Unter Himmlers Kontrolle wurde sie zur uniformierten Säule des NS-Sicherheitsapparats.

Auftrag & Aufgaben

  • Sicherstellung der öffentlichen Ordnung und Überwachung
  • Polizeidienst in Städten, auf dem Land und in besetzten Gebieten
  • Unterstützung militärischer und sicherheitspolizeilicher Operationen

Leitung & Unterstellung

  • Kurt Daluege – Chef der Ordnungspolizei (1936–1943)
  • Alfred Wünnenberg – Nachfolger (1943–1945)

Die OrPo war formal Teil des Innenministeriums, praktisch jedoch dem Reichsführer-SS unterstellt.

Kontext: Einsatzverbände & Besatzungspolizei
Polizeibataillone der OrPo wurden in besetzten Gebieten eingesetzt, insbesondere im Osten. Sie beteiligten sich an Sicherungs- und Repressionsmaßnahmen. Nach 1945 wurde die Ordnungspolizei als Teil der SS eingestuft.

Quellenlage / Hinweise

Einsatzberichte, Prozessakten, Organisationspläne, Forschung von Browning, Curilla, Westermann.

SS & Polizei

SS-TV – SS-Totenkopfverbände

SS-Totenkopfverbände

Verbände der SS zur Bewachung von Konzentrationslagern und später als militärische Einheit im Fronteinsatz.

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SS-Totenkopfverbände

Die SS-Totenkopfverbände (SS-TV) waren spezielle Formationen der SS, die ab 1934 für die Bewachung und Organisation der Konzentrationslager zuständig waren. Später wurden Teile der Verbände militärisch eingesetzt und bildeten die Keimzelle der Division „Totenkopf“.

Auftrag & Aufgaben

  • Bewachung und Verwaltung der Konzentrationslager
  • Ausbildung von SS-Personal für Lagerdienst und Fronteinsatz
  • Bildung militärischer Einheiten der Waffen-SS ab 1939

Leitung & Struktur

  • Theodor Eicke – Inspekteur der Konzentrationslager und Führer der SS-TV (1934–1940)
  • Richard Glücks – Leiter der Amtsgruppe D im WVHA (ab 1940)
Kontext: Einsatz & Struktur
Die SS-Totenkopfverbände bildeten das Personal für das KZ-System und später für militärische Verbände der Waffen-SS. Ihre Aufgaben umfassten Lagerbewachung, Transportüberwachung und teilweise Fronteinsatz. Nach 1945 wurden sie als verbrecherische Organisation verurteilt.

Quellenlage / Hinweise

SS-Akten, Prozessunterlagen, Berichte der Alliierten, Forschung von Wachsmann, Orth, Pohl.

NSDAP & Gliederungen

KdF – Kanzlei des Führers (Parteikanzlei der NSDAP)

Kanzlei des Führers (Parteikanzlei der NSDAP)

Zentrale Verwaltungsstelle der NSDAP unter Martin Bormann zur Steuerung des gesamten Parteiapparats.

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Parteikanzlei der NSDAP

Die Parteikanzlei der NSDAP war die Nachfolgeorganisation der „Stabsleitung des Stellvertreters des Führers“. Unter Martin Bormann wurde sie 1941 zur zentralen Schaltstelle der Partei, die die Verbindung zwischen NSDAP, Staat und Wehrmacht koordinierte.

Auftrag & Aufgaben

  • Koordination aller Parteidienststellen und Gauleitungen
  • Überwachung der Personalpolitik und Ernennungen
  • Kontrolle der politischen Gleichschaltung staatlicher Behörden

Leitung & Unterstellung

  • 1933–1941: Rudolf Heß – Stellvertreter des Führers
  • 1941–1945: Martin Bormann – Leiter der Parteikanzlei, zentralisierte alle Entscheidungswege
Kontext: Machtkonzentration & Einfluss
Die Parteikanzlei vereinte alle administrativen Fäden der NSDAP. Unter Bormann entwickelte sie sich zum Schlüsselinstrument innerparteilicher Kontrolle und beeinflusste maßgeblich Personalentscheidungen in Staat und Partei.

Quellenlage / Hinweise

Parteikorrespondenzen, Organisationspläne, Tagebücher Bormanns, Forschung von Longerich, Broszat, Kershaw.

NSDAP & Gliederungen

HJ – Hitlerjugend

Hitlerjugend

Jugendorganisation der NSDAP zur politischen und militärischen Erziehung der deutschen Jugend.

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Hitlerjugend (HJ)

Die Hitlerjugend (HJ) war die Jugendorganisation der NSDAP für Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Sie diente der körperlichen Ertüchtigung, vormilitärischen Ausbildung und ideologischen Formung der Jugend im Sinne des Regimes.

Auftrag & Aufgaben

  • Politische Indoktrination und Erziehung zur „Volksgemeinschaft“
  • Körperliche Erziehung und vormilitärisches Training
  • Verpflichtende Teilnahme an Wehrertüchtigungslagern ab 1939

Leitung & Organisation

  • Baldur von Schirach – Reichsjugendführer bis 1940
  • Artur Axmann – Nachfolger ab 1940, Leitung bis Kriegsende

Die HJ war hierarchisch gegliedert in Jungvolk, HJ und HJ-Streifendienst; sie umfasste 1940 rund 8 Millionen Mitglieder.

Kontext: Erziehung & Kriegseinsatz
Ab 1943 wurden Mitglieder der Hitlerjugend als Flakhelfer, Melder oder Volkssturmeinheiten eingesetzt. Viele Jugendliche sahen im Dienst eine Selbstverständlichkeit; erst nach 1945 wurde das Ausmaß der Indoktrination aufgearbeitet.

Quellenlage / Hinweise

Dienstvorschriften, Jugenddienstberichte, Erinnerungen, Forschung von Kater, Stachura, Peukert.

NSDAP & Gliederungen

BDM – Bund Deutscher Mädel

Bund Deutscher Mädel

Mädchenorganisation der NSDAP zur ideologischen, körperlichen und häuslichen Erziehung junger Frauen.

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Bund Deutscher Mädel (BDM)

Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war die weibliche Jugendorganisation der NSDAP. Er sollte Mädchen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung formen und auf ihre Rolle als „Mutter und Hüterin“ der Nation vorbereiten.

Auftrag & Aufgaben

  • Erziehung zur Pflichterfüllung und Gemeinschaftstreue
  • Körperliche Ertüchtigung und häusliche Ausbildung
  • Einsatz im Krieg in Lazaretten, Kindergärten und als Landhelferinnen

Leitung & Organisation

  • Trude Mohr – erste BDM-Führerin (1933–1937)
  • Jutta Rüdiger – Nachfolgerin (1937–1945)
Kontext: Weiblichkeitsideale & Pflichtdienst
Der BDM vermittelte ein traditionelles Frauenbild, das körperliche Fitness, Treue und Mutterschaft idealisierte. Während des Krieges wurden viele Mitglieder in den Kriegshilfsdienst eingegliedert. Nach 1945 galt der Verband als Teil der NS-Massenindoktrination.

Quellenlage / Hinweise

BDM-Schriften, Berichte, Fotografien, Forschung von Frevert, Koonz, Rupp.

NSDAP & Gliederungen

DAF – Deutsche Arbeitsfront

Deutsche Arbeitsfront

Massenorganisation zur Kontrolle der Arbeiterschaft und Integration der Wirtschaft in den NS-Staat.

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Deutsche Arbeitsfront (DAF)

Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) wurde 1933 nach der Zerschlagung der freien Gewerkschaften gegründet. Sie vereinte Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter der Parole „Gemeinschaft statt Klassenkampf“ und diente der Kontrolle der Arbeiterschaft.

Auftrag & Aufgaben

  • Ersetzung der Gewerkschaften durch ein Einheitsverbandssystem
  • Regulierung von Löhnen, Arbeitsbedingungen und Sozialpolitik
  • Veranstaltung von Freizeit- und Erholungsprogrammen („Kraft durch Freude“)

Leitung & Organisation

  • Robert Ley – Leiter der DAF (1933–1945)
  • Unterorganisationen: Kraft durch Freude (KdF) und Schönheit der Arbeit
Kontext: Sozialpolitik & Kontrolle
Die DAF war eines der wichtigsten Instrumente zur ideologischen Durchdringung der Arbeitswelt. Sie verband soziale Maßnahmen mit Propaganda und diente der Integration der Wirtschaft in den totalitären Staat.

Quellenlage / Hinweise

DAF-Akten, Betriebszeitungen, Prozessakten, Forschung von Grunberger, Evans, Tooze.

Staat & Ministerien

RMVP – Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

Zentrale Behörde für Presse, Rundfunk, Film und Kulturpolitik zur ideologischen Steuerung der öffentlichen Meinung.

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Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

Das Propagandaministerium wurde 1933 unmittelbar nach der Machtübernahme gegründet, um alle Kommunikationsmedien des Deutschen Reichs zentral zu steuern. Unter Joseph Goebbels kontrollierte es Presse, Rundfunk, Film, Literatur und Bildende Kunst und wurde zu einem der wirkungsvollsten Instrumente nationalsozialistischer Herrschaft.

Auftrag & Aufgaben

  • Zentrale Steuerung der öffentlichen Kommunikation und Kulturpolitik
  • Überwachung und Gleichschaltung von Presse, Film, Rundfunk und Theater
  • Propagandistische Mobilisierung der Bevölkerung in Krieg und Frieden

Leitung & Organisation

  • Joseph Goebbels – Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (1933–1945)
  • Unterabteilungen: Presseamt, Rundfunkamt, Filmabteilung, Kulturabteilung
Kontext: Propaganda & Steuerung der Öffentlichkeit
Das Ministerium lenkte die öffentliche Meinung durch eine Kombination aus Kontrolle, Zensur und emotionaler Ansprache. Es arbeitete eng mit Rundfunk, Wochenschau und Parteiorganisationen zusammen und prägte das propagandistische Erscheinungsbild des Regimes.

Quellenlage / Hinweise

Ministerialakten, Reden, Presseanweisungen, Forschung von Welch, Diller, Longerich, Reichel.

Staat & Ministerien

RMI – Reichsministerium des Innern

Reichsministerium des Innern

Zentrale Verwaltungsbehörde für innere Verwaltung, Polizei und Bevölkerungspolitik des Deutschen Reiches.

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Reichsministerium des Innern

Das Reichsinnenministerium war die zentrale Verwaltungsbehörde des Deutschen Reichs. Unter der Leitung von Wilhelm Frick und später Heinrich Himmler steuerte es Verwaltung, Gesundheit, Polizei und Rassenpolitik.

Auftrag & Aufgaben

  • Organisation der inneren Verwaltung und Kommunalaufsicht
  • Gesetzgebung zu Gesundheit, Bevölkerung und Staatsangehörigkeit
  • Überwachung der Polizei und Koordination mit SS-Strukturen

Leitung & Unterstellung

  • 1933–1943: Wilhelm Frick – Reichsminister des Innern
  • 1943–1945: Heinrich Himmler – Kombination aus Minister- und SS-Funktion
Kontext: Verwaltungsapparat & Kontrolle
Das Innenministerium diente als Schnittstelle zwischen klassischer Verwaltung und SS-Apparat. Es war maßgeblich an der Gesetzgebung zur Gleichschaltung und an der Koordination der Polizei beteiligt.

Quellenlage / Hinweise

Ministerialakten, Erlasse, Gesetzestexte, Forschung von Buchheim, Broszat, Bajohr.

Staat & Ministerien

RMfBuM – Reichsministerium für Bewaffnung und Munition / Rüstung und Kriegsproduktion

Reichsministerium für Bewaffnung und Munition / Rüstung und Kriegsproduktion

Behörde zur Steuerung der industriellen Rüstungsproduktion und Mobilisierung der Kriegswirtschaft.

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Reichsministerium für Bewaffnung und Munition / Rüstung und Kriegsproduktion

Das Rüstungsministerium wurde 1940 gegründet, um die industrielle Produktion für den Krieg zu zentralisieren. Unter Albert Speer entwickelte es sich zu einem hocheffizienten Verwaltungsapparat, der den Materialfluss und die Auslastung der Rüstungsbetriebe koordinierte.

Auftrag & Aufgaben

  • Koordination der Waffen-, Fahrzeug- und Munitionsproduktion
  • Organisation des Arbeitseinsatzes in Industrie und Bauwesen
  • Steuerung der technischen Entwicklung und Rationalisierung

Leitung & Unterstellung

  • 1940–1942: Fritz Todt – Gründer und erster Leiter
  • 1942–1945: Albert Speer – Minister für Rüstung und Kriegsproduktion
Kontext: Wirtschaft & Effizienz
Das Ministerium trug wesentlich zur Verlängerung der deutschen Kriegsführung bei, indem es Ressourcen bündelte und Produktionsprozesse rationalisierte. Es nutzte in großem Umfang Zwangsarbeit, was nach 1945 juristisch aufgearbeitet wurde.

Quellenlage / Hinweise

Ministerialakten, Produktionsberichte, Prozessakten Speer, Forschung von Tooze, Scherner, Eichholtz.

Staat & Ministerien

AA – Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches

Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches

Zentrale Behörde für Außenpolitik und diplomatische Beziehungen des NS-Staates.

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Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt blieb als diplomatische Institution in seiner Struktur weitgehend traditionell, wurde jedoch ab 1938 stark von der NSDAP und der SS durchdrungen. Es koordinierte Außenpolitik, Verhandlungen und diplomatische Missionen in besetzten Gebieten.

Auftrag & Aufgaben

  • Vertretung des Deutschen Reichs im Ausland
  • Unterstützung der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Ziele des Regimes
  • Koordination mit Besatzungsverwaltungen und Propagandaeinrichtungen

Leitung & Organisation

  • Konstantin von Neurath – Außenminister bis 1938
  • Joachim von Ribbentrop – Außenminister 1938–1945
  • Unterabteilungen: Politische Abteilung, Kulturabteilung, Wirtschaftsreferate
Kontext: Diplomatie & Abhängigkeit
Das Auswärtige Amt blieb formal unabhängig, war jedoch faktisch von Hitlers Weisungen abhängig. Es diente als außenpolitisches Werkzeug der NS-Führung und unterstützte die Besatzungspolitik.

Quellenlage / Hinweise

Diplomatendepeschen, Protokolle, Prozessakten Ribbentrop, „Auswärtiges Amt und die Vergangenheit“-Studie (2005).

Wehrmacht

HPA – Heerespersonalamt

Heerespersonalamt

Zentrales Personalamt des Heeres für Offizierskarrieren, Versetzungen, Beurteilungen und Auszeichnungen.

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HPA – Heerespersonalamt

Das Heerespersonalamt (HPA) steuerte Laufbahnen, Beförderungen, Beurteilungen und Einteilungen der Offiziere des Heeres. Es prägte die Führungsstruktur des Heeres in Kriegs- und Friedenszeiten maßgeblich.

Auftrag & Aufgaben

  • Personalplanung und -einsatz des Offizierskorps
  • Beförderungen, Auszeichnungen, Versetzungen, Beurteilungen
  • Schulung/Verwendungsplanung in Zusammenarbeit mit dem OKH

Unterstellung & Organisation

Dem OKH nachgeordnet; gegliedert in Referate für Laufbahnen, Beurteilungen, Auszeichnungen und Ersatzwesen.

Leitende Personen

  • u. a. Rudolf Schmundt (Chef HPA)
Kontext: Einfluss auf das Offizierskorps
Das HPA steuerte wesentliche Karriereentscheidungen und beeinflusste damit Führungskultur, Loyalitäten und Einsatzfähigkeit des Heeres.

Quellenlage / Hinweise

Akten des OKH/HPA, Personalverfügungen, Forschung zu Offizierskorps und Laufbahnsystemen.

Wehrmacht

HWA – Heereswaffenamt

Heereswaffenamt

Zentrales Amt für Entwicklung, Prüfung, Beschaffung und Instandsetzung von Heereswaffen und Gerät.

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HWA – Heereswaffenamt

Das Heereswaffenamt (HWA) verantwortete Forschung, Erprobung, Normung und Beschaffung von Heereswaffen, Munition und Gerät – vom Karabiner bis zur Panzertechnik.

Auftrag & Aufgaben

  • Entwicklung/Erprobung von Waffen und Munition
  • Beschaffung, Normung, Qualitätskontrolle
  • Technische Richtlinien, Instandsetzung, Ersatzteile

Unterstellung & Organisation

Dem OKH zugeordnet; Ämter/Abteilungen für Waffenentwicklung, Munition, Gerät, Prüfwesen und Fertigung.

Leitende Personen

  • Emil Leeb u. a. als Chef des HWA
Kontext: Rüstung & Technik
Das HWA bildete die technische Schnittstelle zwischen Truppe, Industrie und Forschung – entscheidend für Kampfkraft und Standardisierung.

Quellenlage / Hinweise

HWA-Akten, Prüfberichte, Fertigungsstatistiken, Fachliteratur zur Rüstungsorganisation.

Wehrmacht

WiRüAmt – Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (im OKW)

Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (im OKW)

Koordination von Wehrwirtschaft, Rohstoffen und Rüstungsbedarf auf Ebene des OKW.

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WiRüAmt – Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (OKW)

Das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt im OKW koordinierte Bedarfe der Wehrmacht mit Rohstoffen, Industrieproduktion und Transportkapazitäten der Kriegswirtschaft.

Auftrag & Aufgaben

  • Wehrwirtschaftliche Planung & Bedarfsdeckung
  • Rohstofflenkung, Prioritäten, Transportkoordination
  • Abstimmung mit Rüstungsministerium und Teilstreitkräften

Unterstellung & Organisation

Bestandteil des OKW; Referate für Rohstoffe, Produktion, Verkehr/Logistik, Bedarfsplanung.

Leitung

  • u. a. Georg Thomas (General der Wehrwirtschaft)
Kontext: Schnittstelle Wehrmacht–Industrie
Das Amt verband militärische Bedarfsplanung mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit – zentral für Einsatzbereitschaft und Dauer des Krieges.

Quellenlage / Hinweise

OKW-Akten, Wehrwirtschaftsberichte, Ministerialkorrespondenz, Forschung zu Kriegswirtschaft/Logistik.

Wehrmacht

GenQu – Generalquartiermeister (im OKH)

Generalquartiermeister (im OKH)

Logistische Spitze des Heeres: Versorgung, Nachschub, Transport, Unterkunft und Infrastruktur.

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GenQu – Generalquartiermeister (OKH)

Der Generalquartiermeister verantwortete die Heereslogistik: Verpflegung, Munition, Treibstoff, Transporte, Feldinfrastruktur und Sanitätswesen – das Rückgrat jeder Operation.

Auftrag & Aufgaben

  • Versorgung (Verpflegung, Munition, Betriebsstoffe)
  • Transport/Verkehrswesen, Marsch- und Nachschubplanung
  • Unterkunft, Infrastruktur, Sanitäts- und Etappendienst

Unterstellung & Organisation

Im OKH verankert; Stäbe für Nachschub, Verkehr, Etappen, Feldbau/Unterkunft, Sanitätswesen.

Leitende Personen

  • u. a. Eduard Wagner (GenQu des Heeres)
Kontext: Operation & Logistik
Logistische Leistungsfähigkeit begrenzte Reichweite und Dauer von Feldzügen – der GenQu war strategisch mitentscheidend.

Quellenlage / Hinweise

OKH-/GenQu-Akten, Marsch- und Nachschubpläne, Feldbauvorschriften, Forschung zu Militärlogistik.

Wehrmacht

Abw – Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW)

Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW)

Militärischer Nachrichtendienst für Spionage, Abwehr, Sabotageabwehr und Aufklärung.

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Abw – Amt Ausland/Abwehr (OKW)

Die Abwehr war der militärische Nachrichtendienst des OKW für Spionage, Spionageabwehr, Sabotageabwehr und operative Aufklärung. Sie arbeitete weltweit mit Auslandsstellen und Fronttruppen zusammen.

Auftrag & Aufgaben

  • Auslandsaufklärung (militärisch, politisch, wirtschaftlich)
  • Spionageabwehr & Sicherung
  • Sabotageabwehr, Sonderunternehmen, Zusammenarbeit mit Truppe

Unterstellung & Organisation

Bestandteil des OKW; gegliedert u. a. in Abteilungen I (Spionage), II (Sabotage/Sonderunternehmen), III (Abwehr/Spionageabwehr) sowie regionale Abwehrstellen.

Leitende Personen

  • Wilhelm Canaris – Chef der Abwehr (bis 1944)
Kontext: Rivalität & Auflösung
Rivalitäten mit RSHA/SD prägten die Arbeit; 1944 wurde die Abwehr de facto entmachtet und Aufgaben an das RSHA überführt.

Quellenlage / Hinweise

OKW-/Abwehrakten, Auslandsberichte, Prozess- und Memoirenliteratur (u. a. Canaris-Umfeld), Forschung zu Nachrichtendiensten.

SS & Polizei

SS-HA – SS-Hauptamt

SS-Hauptamt

Zentrales Verwaltungsamt der SS für Organisation, Personal, Ausbildung und Verwaltung der SS-Gesamtstruktur.

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SS-HA – SS-Hauptamt

Das SS-Hauptamt war die organisatorische Zentrale der SS. Es regelte Struktur, Verwaltung, Personalfragen und Ausbildung und koordinierte die allgemeine SS mit angeschlossenen Verbänden.

Auftrag & Aufgaben

  • Organisations- und Personalwesen der SS
  • Ausbildungsvorschriften und Schulen
  • Verwaltung, Haushalts- und Disziplinarangelegenheiten

Unterstellung & Organisation

Direkt dem Reichsführer-SS nachgeordnet; Abteilungen u. a. für Organisation, Personal, Ausbildung, Verwaltung.

Leitung

  • u. a. Gottlob Berger (führende Funktion im SS-HA)
Kontext: Knotenpunkt der SS-Organisation
Als Verwaltungszentrale verband das SS-HA Personalpolitik, Ausbildung und Strukturentwicklung der SS und koordinierte mit anderen SS-Hauptämtern.

Quellenlage / Hinweise

Organisationspläne, Personalakten, Befehle; Forschung zur SS-Administration.

SS & Polizei

SS-FHA – SS-Führungshauptamt

SS-Führungshauptamt

Führungs- und Einsatzamt der Waffen-SS: Organisation, Ausbildung, Einsatzplanung und Truppenführung.

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SS-FHA – SS-Führungshauptamt

Das SS-Führungshauptamt war für die militärische Organisation der Waffen-SS zuständig: Truppenaufstellung, Ausbildung, Gliederung, Einsatzplanung und Führungsvorschriften.

Auftrag & Aufgaben

  • Aufstellung/Organisation der Waffen-SS-Verbände
  • Ausbildung, Taktik, Führungsgrundsätze
  • Personal- und Einsatzplanung in Koordination mit OKW/OKH

Leitung

  • u. a. Hans Jüttner (Chef des SS-FHA)
Kontext: Waffen-SS als Kampftruppe
Das SS-FHA war das militärische Steuerungszentrum der Waffen-SS und band deren Verbände in die Gesamtkriegsführung ein.

Quellenlage / Hinweise

Befehle/Gliederungen der Waffen-SS, Ausbildungsvorschriften, Einsatzberichte.

SS & Polizei

WVHA – SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Hauptamt der SS für Finanzen, Verwaltung, Bauwesen und das KZ-Wirtschafts-/Lagersystem (Amtsgruppe D).

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WVHA – SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Das WVHA bündelte Finanzen, Beschaffung, Bauwesen und Lagerverwaltung der SS. Die Amtsgruppe D verantwortete Organisation und Verwaltung der Konzentrationslager.

Auftrag & Aufgaben

  • Haushalt, Finanzen, Beschaffung, Bauwesen
  • Verwaltung der SS-Unternehmen
  • KZ-Organisation (Amtsgruppe D: Inspektion/Verwaltung der Lager)

Leitung

  • Oswald Pohl (Chef WVHA)
  • Richard Glücks (Amtsgruppe D – Lagerinspektion)
Kontext: Verwaltung des KZ-Systems
Das WVHA integrierte das KZ-System in die SS-Verwaltung und verband es mit Wirtschaftsinteressen; nach 1945 juristisch aufgearbeitet.

Quellenlage / Hinweise

WVHA-Akten, Prozessunterlagen, Verwaltungspläne; Forschung zu SS-Wirtschaft/ Lagerverwaltung.

SS & Polizei

RKPA – Reichskriminalpolizeiamt (Amt V im RSHA)

Reichskriminalpolizeiamt (Amt V im RSHA)

Zentrale Kriminalpolizei; ab 1939 als Amt V in das RSHA integriert (Kripo).

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RKPA – Reichskriminalpolizeiamt

Das Reichskriminalpolizeiamt war die zentrale Behörde der Kriminalpolizei und wurde 1939 als Amt V (Kripo) in das RSHA eingegliedert.

Auftrag & Aufgaben

  • Leitung der Kriminalpolizeidienststellen im Reich
  • Fahndung, Erkennungsdienst, Zentrale Dateien
  • Koordination mit Gestapo (Amt IV) und SD (Ämter III/VI) im RSHA

Leitung

  • u. a. Arthur Nebe (Leiter RKPA/Amt V)
Kontext: Eingliederung ins RSHA
Durch die Integration als Amt V wurde die Kripo Teil des zentralisierten Sicherheitsapparats von Gestapo und SD.

Quellenlage / Hinweise

RSHA-/RKPA-Akten, Personalunterlagen, Forschungsarbeiten zur Polizeigeschichte.

SS & Polizei

Polizei-Batl. – Polizei-Bataillone (Ordnungspolizei)

Polizei-Bataillone (Ordnungspolizei)

Uniformierte Einheiten der Ordnungspolizei für Sicherungs-, Besatzungs- und Unterstützungsaufgaben.

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Polizei-Bataillone (OrPo)

Die Polizei-Bataillone waren Verbände der Ordnungspolizei für Schutz-, Sicherungs- und Besatzungsaufgaben im Reich und in besetzten Gebieten; sie unterstützten militärische und sicherheitspolizeiliche Einsätze.

Auftrag & Aufgaben

  • Bewachung, Sicherung, Streifendienste
  • Begleitung von Transporten, Objekt- und Raumüberwachung
  • Unterstützung von OrPo, Gestapo/SD und Wehrmacht

Unterstellung & Organisation

Teil der Ordnungspolizei; Aufstellung in Bataillons-/Regimentsstärke, regionale Polizeiführer und Kommandobehörden.

Kontext: Besatzungspolizei
Die Verbände wurden in besetzten Gebieten breit eingesetzt; ihre Aufgaben reichten von Sicherung bis zur Unterstützung von Repressionsmaßnahmen.

Quellenlage / Hinweise

OrPo-Befehle, Einsatzberichte, Kommandostellenakten; Forschung zur Polizeigeschichte im Krieg.

NSDAP & Gliederungen

NSPK – NSDAP-Parteikanzlei (Kanzlei des Führers)

NSDAP-Parteikanzlei (Kanzlei des Führers)

Zentrale Verwaltungs- und Steuerungsstelle der NSDAP unter Leitung von Martin Bormann, zuständig für innerparteiliche Angelegenheiten.

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NSPK – Parteikanzlei der NSDAP

Die Parteikanzlei der NSDAP war das Machtzentrum der Partei unter Martin Bormann. Sie regelte Personalangelegenheiten, Parteiorganisation und Verbindung zu staatlichen Stellen.

Aufgaben

  • Koordination der Parteigliederungen und Gauleitungen
  • Personalaktenführung und Beförderungen
  • Verbindung zwischen Partei und Staatsverwaltung

Quellenlage

Bormann-Korrespondenz, Parteitagsakten, Forschung zur NSDAP-Führung.

NSDAP & Gliederungen

NSO – Nationalsozialistische Ordnungspolizei (Parteidisziplinaraufsicht)

Nationalsozialistische Ordnungspolizei (Parteidisziplinaraufsicht)

Innerparteiliche Disziplinaraufsicht, zuständig für Verfahren gegen Parteimitglieder wegen Pflichtverstößen.

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NSO – Nationalsozialistische Ordnungspolizei

Die NS-Ordnungsaufsicht überwachte das Verhalten von Parteimitgliedern und Funktionären. Sie konnte Verwarnungen, Amtsenthebungen und Parteiausschlüsse verhängen.

Aufgaben

  • Überwachung der Parteidisziplin
  • Untersuchung parteischädigender Handlungen
  • Koordination mit Gaugerichten und Parteigerichtsbarkeit
NSDAP & Gliederungen

NSV – Nationalsozialistische Volkswohlfahrt

Nationalsozialistische Volkswohlfahrt

Sozialorganisation der NSDAP für Wohlfahrt, Kinderbetreuung, Mütterhilfe und Armenunterstützung im Sinne der NS-Ideologie.

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NSV – Nationalsozialistische Volkswohlfahrt

Die NSV war die größte Wohlfahrtsorganisation im NS-Staat und übernahm soziale Aufgaben unter ideologischer Ausrichtung. Hilfeleistungen waren an politische Zuverlässigkeit gebunden.

Organisation

  • Untergliederungen für Kinder-, Mütter-, Gesundheits- und Armenhilfe
  • Träger zahlreicher Heime, Kindergärten, Ferienlager
NSDAP & Gliederungen

NSKK – Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

Paramilitärische Motororganisation der NSDAP zur Schulung im Fahren, Transport und Technik.

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NSKK – Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

Das NSKK war eine motorisierte Ausbildungsorganisation. Es schulte Mitglieder im Fahren, in Technik und Wartung und wurde im Krieg logistisch eingesetzt.

Aufgaben

  • Fahr- und Technikausbildung
  • Transportdienste für Partei, Wehrmacht, Organisation Todt
  • Wehrmachtsnahe Unterstützung ab 1939
NSDAP & Gliederungen

NSFK – Nationalsozialistisches Fliegerkorps

Nationalsozialistisches Fliegerkorps

Luftsportorganisation der NSDAP zur fliegerischen Ausbildung und Vorbereitung auf den Luftwaffendienst.

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NSFK – Nationalsozialistisches Fliegerkorps

Das NSFK übernahm die vormilitärische Flugausbildung und förderte Segel- und Motorflugsport. Es diente als Nachwuchspool für die spätere Luftwaffe.

NSDAP & Gliederungen

NSF – Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF)

Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF)

Frauenorganisation der NSDAP für Schulung, Propaganda und Familienpolitik im Sinne der NS-Ideologie.

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NS-Frauenschaft (NSF)

Die NS-Frauenschaft organisierte Frauenarbeit, Mütterberatung und Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Familienpolitik.

NSDAP & Gliederungen

NSDStB – Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund

Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund

Studentische Organisation der NSDAP zur Gleichschaltung der Hochschulen und ideologischen Schulung der Studenten.

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NSDStB – Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund

Der NSDStB vertrat die Partei an Hochschulen, organisierte Schulungen, Aufmärsche und politische Betreuung der Studierenden.

NSDAP & Gliederungen

NSLB – Nationalsozialistischer Lehrerbund

Nationalsozialistischer Lehrerbund

Lehrerorganisation der NSDAP zur Durchsetzung der Weltanschauung im Bildungswesen.

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NSLB – Nationalsozialistischer Lehrerbund

Der NSLB erfasste Pädagogen aller Schulformen und überwachte Unterrichtsinhalt und Lehrerfortbildung im Sinne der NS-Ideologie.

NSDAP & Gliederungen

Gauleitung – Gauleitung der NSDAP

Gauleitung der NSDAP

Regionale Parteiführungsebene der NSDAP unterhalb der Reichsleitung, zuständig für Propaganda, Personal und Kontrolle.

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Gauleitung der NSDAP

Die Gauleitungen bildeten das Rückgrat der Parteiorganisation in den Regionen und unterstanden direkt der Parteikanzlei in München.

NSDAP & Gliederungen

Kreisleitung – Kreisleitung der NSDAP

Kreisleitung der NSDAP

Unterste organisatorische Führungsebene der Partei auf Kreisebene mit Verantwortung für Mitgliederbetreuung und lokale Propaganda.

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Kreisleitung der NSDAP

Die Kreisleitungen führten die Parteiarbeit vor Ort, koordinierten Ortsgruppen und überwachten lokale Propaganda- und Sammelaktionen.

Staat & Ministerien

RMEL – Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Zentralbehörde für Agrarpolitik, Ernährungssicherung und Lenkung der landwirtschaftlichen Produktion.

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RMEL – Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Das RMEL steuerte die Agrarproduktion, Preisbildung und Versorgungspolitik. Ziel war eine autarke Ernährungswirtschaft und Kontrolle über Bauern und Landwirte.

Aufgaben

  • Lenkung von Landwirtschaft und Ernährungspolitik
  • Preis- und Produktionskontrolle
  • Koordination mit dem Reichsnährstand

Quellenlage / Hinweise

RMEL-Akten, Agrargesetze, Forschung zur NS-Agrarpolitik.

Staat & Ministerien

RFM – Reichsfinanzministerium

Reichsfinanzministerium

Zentrale Behörde für Haushaltsführung, Steuerpolitik und Finanzkontrolle des Deutschen Reiches.

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RFM – Reichsfinanzministerium

Das RFM verwaltete die Finanzen des Reiches und sicherte die Finanzierung von Rüstung, Verwaltung und Besatzungskosten.

Aufgaben

  • Haushalts- und Steuerpolitik
  • Kontrolle der Reichskassen und Banken
  • Koordination der Finanzverwaltung der Länder
Staat & Ministerien

RVM – Reichsverkehrsministerium

Reichsverkehrsministerium

Behörde für Verkehr, Bahn, Post und Infrastruktur des Reiches, zuständig für Mobilität und Logistik.

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RVM – Reichsverkehrsministerium

Das RVM steuerte Eisenbahn, Postwesen und Verkehrsinfrastruktur. Es war zentral für militärische Mobilität und Rüstungslogistik.

Staat & Ministerien

REM – Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung

Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung

Ministerium für das gesamte Bildungswesen und die ideologische Steuerung von Schulen und Universitäten.

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REM – Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung

Das REM war verantwortlich für Schulpolitik, Lehrpläne und Hochschulwesen – es sollte die Weltanschauung der NSDAP im Bildungssektor verankern.

Staat & Ministerien

RMfWi – Reichsministerium für Wirtschaft

Reichsministerium für Wirtschaft

Koordinierte Industrie, Handel und Preisregulierung, spielte Schlüsselrolle bei Kriegswirtschaft und Rüstung.

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RMfWi – Reichsministerium für Wirtschaft

Das RMfWi lenkte Produktion, Preise und Außenhandel. Es arbeitete eng mit dem Vierjahresplanamt und Rüstungsministerium zusammen.

Staat & Ministerien

RMJ – Reichsjustizministerium

Reichsjustizministerium

Ministerium für Gesetzgebung, Gerichte und Staatsanwaltschaften, Instrument der Gleichschaltung der Justiz.

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RMJ – Reichsjustizministerium

Das RMJ kontrollierte die Rechtsprechung, formulierte Gesetze und sorgte für politische Gleichschaltung von Richtern und Staatsanwälten.

Staat & Ministerien

RMA – Reichsministerium für Arbeit

Reichsministerium für Arbeit

Ministerium für Arbeitsmarktpolitik, Löhne, Sozialversicherung und Arbeitsdienstkoordination.

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RMA – Reichsministerium für Arbeit

Das RMA lenkte die Arbeitskräfteverteilung und kooperierte eng mit dem Deutschen Arbeitsfrontsystem.

Staat & Ministerien

RMBO – Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete

Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete

Ministerium unter Alfred Rosenberg zur Verwaltung der besetzten Ostgebiete, mit ziviler und wirtschaftlicher Kompetenz.

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RMBO – Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete

Das RMBO plante die zivile Verwaltung der eroberten Ostgebiete. Es war formal zuständig für Politik, Kultur und Wirtschaft, faktisch aber von SS und Wehrmacht übergangen.

Staat & Ministerien

RMZ – Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion

Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion

Nachfolger des Ministeriums für Bewaffnung und Munition, koordinierte ab 1943 die gesamte Rüstungsproduktion.

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RMZ – Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion

Das RMZ unter Albert Speer zentralisierte die Kriegsproduktion, optimierte Lieferketten und steigerte Produktionsleistung bis 1944 erheblich.

Wehrmacht

HNA – Heeresnachrichtenwesen / Heeresnachrichtenamt

Heeresnachrichtenwesen / Heeresnachrichtenamt

Nachrichtenwesen und Funkaufklärung des Heeres; verantwortlich für Kommunikation, Chiffrierung und Abhörabwehr.

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HNA – Heeresnachrichtenwesen

Das Heeresnachrichtenwesen koordinierte Funk, Fernmelde- und Aufklärungsdienste. Es war unerlässlich für Führung, Aufklärung und Abwehr gegnerischer Signale.

Aufgaben

  • Betrieb von Funk- und Kabelverbindungen
  • Abhör- und Entschlüsselungsdienste
  • Signalaufklärung gegnerischer Streitkräfte
Wehrmacht

HBA – Heeresbauamt

Heeresbauamt

Technisches Amt für militärische Infrastruktur, Unterkünfte, Brücken, Straßen und Befestigungen.

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HBA – Heeresbauamt

Das Heeresbauamt plante und leitete Bauprojekte für Kasernen, Übungsplätze, Depots und Feldbefestigungen.

Aufgaben

  • Bau- und Instandhaltung militärischer Anlagen
  • Planung von Feldbefestigungen und Pionierinfrastruktur
  • Koordination mit Organisation Todt und Rüstungsamt
Wehrmacht

HSchulen – Heeresschulen und Waffenschulen

Heeresschulen und Waffenschulen

Militärische Ausbildungsstätten des Heeres für Offiziere, Spezialisten und Truppenteile.

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Heeresschulen und Waffenschulen

Das Netz der Heeresschulen vermittelte technische, taktische und Führerausbildung – von der Infanterie- über Panzer- bis zur Pionierschule.

Wehrmacht

HSanD – Heeressanitätsdienst

Heeressanitätsdienst

Medizinischer Dienst des Heeres für Verwundetenversorgung, Feldlazarette und Seuchenbekämpfung.

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Heeressanitätsdienst

Der Sanitätsdienst sorgte für medizinische Betreuung, Evakuierung Verwundeter und Hygiene in allen Kriegsschauplätzen.

Wehrmacht

LwFüSt – Luftwaffenführungsstab

Luftwaffenführungsstab

Oberste Kommandobehörde der Luftwaffe für Einsatzplanung, Führung und Koordination der Luftoperationen.

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LwFüSt – Luftwaffenführungsstab

Der Luftwaffenführungsstab plante strategische Luftoperationen, koordinierte Jagd-, Bomber- und Aufklärungseinheiten und arbeitete eng mit dem OKL zusammen.

Wehrmacht

HKA – Heereskriegsakademie

Heereskriegsakademie

Höchste Ausbildungseinrichtung des Heeres für Generalstabsoffiziere.

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HKA – Heereskriegsakademie

Die Heereskriegsakademie bildete den Führungsnachwuchs des Heeres aus und vermittelte operative Kriegführung, Strategie und Stabsarbeit.

Wehrmacht

MGK – Marinegruppenkommando

Marinegruppenkommando

Regionale Kommandobehörde der Kriegsmarine zur Führung von Flotten und Küstenabschnitten.

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MGK – Marinegruppenkommando

Die Marinegruppenkommandos führten Flottenverbände, Küstenstreitkräfte und Stützpunkte in Nord- und Ostsee, später auch im Atlantikraum.

Wehrmacht

MarArs – Marinearsenal / Werftämter der Kriegsmarine

Marinearsenal / Werftämter der Kriegsmarine

Technische Einrichtungen zur Wartung, Reparatur und Neubau von Schiffen und U-Booten.

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Marinearsenal

Die Marinearsenale waren technische Rückgrate der Kriegsmarine und sicherten Einsatzbereitschaft durch Werft-, Instand- und Nachschubdienste.

Wehrmacht

MilGeoAmt – Militärgeographisches Amt

Militärgeographisches Amt

Zentrale Einrichtung für Kartenwesen, Geländeanalyse und topografische Aufklärung der Wehrmacht.

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Militärgeographisches Amt

Das MilGeoAmt erstellte und verteilte Kartenmaterial, Höhenprofile und Luftbildauswertungen für alle Teilstreitkräfte.

Wehrmacht

WPrK – Wehrmachtpropaganda-Kompanien

Wehrmachtpropaganda-Kompanien

Spezialeinheiten für Bild-, Film- und Presseberichterstattung an der Front.

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WPrK – Wehrmachtpropaganda-Kompanien

Die Propagandakompanien dokumentierten Kampfhandlungen in Text, Bild und Film, stellten Berichte für das Oberkommando und die Medien her.

SS & Polizei

HSSPF – Höherer SS- und Polizeiführer

Höherer SS- und Polizeiführer

Regionale Spitzeninstanz der SS und Polizei in Reichs- und Besatzungsgebieten; Schnittstelle zur Zivil- und Militärverwaltung.

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HSSPF – Höherer SS- und Polizeiführer

Der HSSPF vertrat Himmler regional und bündelte Befehlsgewalt über SS, Polizei und oft auch Verwaltungseinheiten. Besonders in besetzten Gebieten koordinierte er Repression, Partisanenbekämpfung und Deportationen.

Unterstellung & Aufgaben

  • Direkte Weisungsbindung an den Reichsführer-SS
  • Koordination von OrPo, SD, Gestapo und SS-Verbänden
  • Strategische Steuerung von Besatzungs- und Sicherheitsmaßnahmen
Kontext
HSSPF spielten eine zentrale Rolle bei Repressionsmaßnahmen und der Umsetzung von Deportationen; nach 1945 juristisch aufgearbeitet.
SS & Polizei

BdS – Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD

Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD

Regionale Führungsdienststelle der SiPo und des SD in besetzten Gebieten; operative Leitung von Gestapo, Kripo und SD.

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BdS – Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD

Der BdS führte die regionale Sicherheitspolizei und den SD, oft dem HSSPF unterstellt. Er war Schaltstelle von Überwachung, Verfolgung und Nachrichtendienst.

Aufgaben

  • Leitung von Gestapo (Amt IV) und Kripo (Amt V) vor Ort
  • SD-Lageberichte, Spionageabwehr, Repressionsmaßnahmen
SS & Polizei

KdS – Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD

Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD

Untergeordnete regionale Dienststellen von SiPo und SD; Umsetzung operativer Maßnahmen auf Ebene von Bezirken/Gauen.

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KdS – Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD

Der KdS setzte die Anweisungen des BdS operativ um und führte lokale Gestapo-, Kripo- und SD-Stellen.

SS & Polizei

BdO – Befehlshaber der Ordnungspolizei

Befehlshaber der Ordnungspolizei

Führungsebene der uniformierten Ordnungspolizei; Koordination von Schutzpolizei, Gendarmerie und Polizei-Bataillonen.

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BdO – Befehlshaber der Ordnungspolizei

Der BdO verantwortete die uniformierten Polizeikräfte eines Bereichs, häufig in enger Abstimmung mit HSSPF und BdS.

SS & Polizei

SiPo – Sicherheitspolizei (Gestapo und Kriminalpolizei)

Sicherheitspolizei (Gestapo und Kriminalpolizei)

Dachbegriff für Gestapo und Kriminalpolizei; ab 1939 organisatorisch im RSHA integriert.

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SiPo – Sicherheitspolizei

Die Sicherheitspolizei vereinte politische Polizei (Gestapo) und Kriminalpolizei (Kripo) und arbeitete eng mit dem SD zusammen.

SS & Polizei

Kripo – Kriminalpolizei

Kriminalpolizei

Kriminalpolizeiliche Ermittlungsbehörde; im RSHA (Amt V) organisiert und in Repressionspolitik eingebunden.

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Kripo – Kriminalpolizei

Die Kripo bearbeitete Kapital- und Staatsschutzdelikte; in der NS-Zeit systematisch politisiert und zentralisiert.

SS & Polizei

SS-JS – SS-Junkerschulen

SS-Junkerschulen

Führungs- und Offiziersschulen der SS zur Ausbildung des Führungsnachwuchses (Allgemeine SS/Waffen-SS).

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SS-JS – SS-Junkerschulen

Die SS-Junkerschulen (u. a. Bad Tölz, Braunschweig) vermittelten ideologisch geprägte Führungs- und Gefechtsausbildung für SS-Offiziersanwärter.

SS & Polizei

PolRgt – Polizei-Regimenter der Ordnungspolizei

Polizei-Regimenter der Ordnungspolizei

Größere Verbände der Ordnungspolizei aus mehreren Polizei-Bataillonen; Sicherungs-, Besatzungs- und Frontdiensteinheiten.

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PolRgt – Polizei-Regimenter

Die Polizei-Regimenter wurden ab 1942 aus Polizei-Bataillonen gebildet, um eine einheitliche Führung und stärkere operative Schlagkraft sicherzustellen. Sie agierten in Sicherungs-, Bewachungs- und teilweise auch in Kampfrollen.

Aufgaben & Einsatz

  • Sicherung rückwärtiger Gebiete und Kommunikationslinien
  • Bewachung von Lagern, Transporten und Objekten
  • Einsatz bei Anti-Partisanenoperationen und Besatzungssicherung

Unterstellung & Struktur

Unterstanden der Ordnungspolizei (OrPo) und regionalen Höheren SS- und Polizeiführern (HSSPF). Zahlreiche Regimenter wurden ab 1943 zur Waffen-SS überführt oder integriert.

Kontext
Die Regimenter bildeten den militärischsten Teil der Polizei und operierten in einem Graubereich zwischen polizeilicher Ordnungsmacht und kämpfender Truppe.

Quellenlage / Hinweise

Befehle der Ordnungspolizei, Kriegstagebücher, Nachkriegsdokumentation zu Polizeieinheiten im Osten.

Wehrmacht

Fgdmr – Feldgendarmerie (Militärpolizei der Wehrmacht)

Feldgendarmerie (Militärpolizei der Wehrmacht)

Militärpolizeiliche Einheiten der Wehrmacht für Ordnung, Verkehr, Disziplin und Gefangenenwesen im Feld.

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Fgdmr – Feldgendarmerie

Die Feldgendarmerie bildete die Militärpolizei der Wehrmacht. Sie war für Disziplin, Verkehr, Festnahmen und Sicherungsaufgaben verantwortlich – an der Front wie im Hinterland.

Aufgaben

  • Überwachung des Marschverkehrs und militärischer Ordnung
  • Verfolgung von Deserteuren und Spionen
  • Sicherung und Kontrolle in besetzten Gebieten

Unterstellung & Organisation

Direkt den Armeekorps unterstellt; im rückwärtigen Heeresgebiet Zusammenarbeit mit Militärverwaltung und Polizei.

Kontext
Feldgendarmerie-Einheiten hatten polizeiliche und militärische Doppelrolle, was ihnen Machtbefugnisse von besonderer Reichweite gab. Im Volksmund wurden sie „Kettenhunde“ genannt.

Quellenlage / Hinweise

Vorschriften des OKH, Feldgendarmerie-Handbücher, Erfahrungsberichte aus rückwärtigen Gebieten.

Wehrmacht

SanInsp – Sanitätsinspektion des Heeres

Sanitätsinspektion des Heeres

Führungsamt des Heeres-Sanitätswesens; verantwortlich für medizinische Organisation, Versorgung und Hygiene.

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SanInsp – Sanitätsinspektion des Heeres

Die Sanitätsinspektion unterstand dem Chef des Wehrmachtsanitätswesens und regelte Lazarettwesen, Seuchenbekämpfung und medizinische Versorgung im Feld.

Zuständigkeiten

  • Planung der Sanitätslogistik
  • Führung von Ärzten, Sanitätseinheiten und Lazaretten
  • Medizinische Forschung und Impfprogramme
Wehrmacht

NachrTr – Nachrichtentruppe der Wehrmacht

Nachrichtentruppe der Wehrmacht

Truppengattung für Fernmeldewesen, Funk, Signalaufklärung und elektronische Kommunikation.

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NachrTr – Nachrichtentruppe

Die Nachrichtentruppe stellte die Kommunikation zwischen Kommandostellen sicher und betrieb Funk- und Kabelnetze an Front und Heimatstandorten.

Wehrmacht

WMG – Wehrmachtgerichtsbarkeit

Wehrmachtgerichtsbarkeit

Militärisches Justizsystem für Disziplinar- und Strafverfahren innerhalb der Streitkräfte.

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WMG – Wehrmachtgerichtsbarkeit

Die Wehrmachtgerichtsbarkeit regelte Strafrecht und Disziplinarwesen in der Truppe. Unterstand dem Reichskriegsgericht und umfasste Feldgerichte bis hin zu Sondergerichten im Kriegsgebiet.

SS & Polizei

SS-PersHA – SS-Personalhauptamt

SS-Personalhauptamt

Personalführung der SS: Laufbahnen, Beförderungen, Beurteilungen und Versetzungen.

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SS-PersHA – SS-Personalhauptamt

Bearbeitete sämtliche Personalangelegenheiten von Führern und Unterführern der SS, inkl. Aktenführung und Auswahlverfahren.

SS & Polizei

RuSHA – Rasse- und Siedlungshauptamt der SS

Rasse- und Siedlungshauptamt der SS

Behörde für „rassenpolitische“ Begutachtung, Ehestandsprüfungen und Siedlungsprojekte.

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RuSHA – Rasse- und Siedlungshauptamt

Prüfte Eheschließungen von SS-Angehörigen, betrieb „Siedlungspolitik“ in besetzten Gebieten und erstellte Begutachtungen.

Staat & Ministerien

RLM – Reichsluftfahrtministerium

Reichsluftfahrtministerium

Ministerium für Luftfahrt, Rüstung der Luftwaffe und zivilen Luftverkehr.

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RLM – Reichsluftfahrtministerium

Zentrale Steuerung von Luftfahrtpolitik, Luftwaffenrüstung, Forschung (u. a. Triebwerke) und zivilen Fluglinien.

Leitung

  • Hermann Göring (Minister), Erhard Milch (Staatssekretär)
Staat & Ministerien

RWM – Reichswirtschaftsministerium

Reichswirtschaftsministerium

Wirtschaftslenkung, Preis- und Devisenaufsicht, Rohstoffbewirtschaftung.

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RWM – Reichswirtschaftsministerium

Koordinierte Industrie-, Handels- und Rohstoffpolitik; enge Verzahnung mit Vierjahresplan und Rüstungsbehörden.

Leitung

  • u. a. Hjalmar Schacht, Walther Funk
Staat & Ministerien

RPM – Reichspostministerium

Reichspostministerium

Post, Telegrafie, Telefon und Fernmeldewesen; technische Forschung/Standards.

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RPM – Reichspostministerium

Verantwortlich für Kommunikationsnetze; arbeitete mit Wehrmacht und RLM bei Funk- und Verschlüsselungstechnik zusammen.

Staat & Ministerien

RKanzlei – Reichskanzlei

Reichskanzlei

Zentrale Regierungs- und Kanzleistelle zur Geschäftsführung der Reichsregierung.

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Reichskanzlei

Koordinierte Kabinettsgeschäfte, Aktenlauf und Führervorlagen; Schnittstelle zwischen Ministerien und Hitlers Befehlsapparat.

Wehrmacht

PiW – Pionierwesen des Heeres

Pionierwesen des Heeres

Ingenieur- und Bautruppe der Wehrmacht für Brücken, Sperren, Minen und Befestigungen.

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PiW – Pionierwesen des Heeres

Das Pionierwesen war für militärisches Bauwesen, Feldbefestigungen, Brückenbau und Sprengtechnik zuständig. Pioniereinheiten kamen an allen Fronten zum Einsatz.

Wehrmacht

Wetterdienst – Wehrmachtswetterdienst

Wehrmachtswetterdienst

Meteorologischer Dienst zur Wetterbeobachtung, Flug- und Seevorhersage.

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Wehrmachtswetterdienst

Der Wehrmachtswetterdienst sammelte und analysierte meteorologische Daten, unterstützte Luftwaffe, Marine und Heer bei Einsatzplanung und Navigation.

Wehrmacht

WehrGeo – Wehrgeologischer Dienst

Wehrgeologischer Dienst

Spezialeinheit für Geländeanalyse, Bodenbewertung und Baugrunduntersuchung.

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Wehrgeologischer Dienst

Der Wehrgeologische Dienst untersuchte Boden- und Felsbeschaffenheiten für Befestigungen, Stellungen und Wasserversorgung.

Wehrmacht

NachSt – Nachschubstab des Heeres

Nachschubstab des Heeres

Logistische Leitstelle für Material, Verpflegung und Nachführtransporte der Armeen.

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NachSt – Nachschubstab

Der Nachschubstab plante Transporte, Materialverteilung und Versorgungslager. Eng verzahnt mit Generalquartiermeister und Heeresverwaltung.

Wehrmacht

WTPr – Wehrtechnisches Prüfamt

Wehrtechnisches Prüfamt

Forschung, Entwicklung und Erprobung neuer Waffen, Geräte und Fahrzeuge.

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WTPr – Wehrtechnisches Prüfamt

Das Wehrtechnische Prüfamt testete und bewertete Neuentwicklungen der Industrie, koordinierte Truppenversuche und Zulassungen von Wehrmaterial.

Wehrmacht

HTr – Heerestransportwesen

Heerestransportwesen

Organisation und Steuerung der Eisenbahn-, Kraftfahr- und Marschbewegungen des Heeres.

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HTr – Heerestransportwesen

Das Heerestransportwesen plante Truppenverlegungen, Nachschubzüge und Rücktransporte über Bahn, Lkw und Pferdekolonnen.

Wehrmacht

PiInsp – Pionierinspektion des Heeres

Pionierinspektion des Heeres

Aufsicht über Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzgrundsätze der Pioniere.

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PiInsp – Pionierinspektion

Die Pionierinspektion standardisierte Brücken-, Minen- und Sprengtechnik, führte Spezialschulen und baute das Pioniergerät weiter aus.

Wehrmacht

Feldpost – Feldpostwesen der Wehrmacht

Feldpostwesen der Wehrmacht

Versand- und Kommunikationsdienst der Streitkräfte im Kriegseinsatz.

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Feldpostwesen

Die Feldpost ermöglichte den Nachrichtenverkehr zwischen Front und Heimat, unterlag Zensur und organisatorischer Leitung des OKW.

Wehrmacht

WPrA – Wehrmachtpropagandaamt

Wehrmachtpropagandaamt

Zentrale Leitung der Propagandakompanien; Koordination von Berichterstattung, Film und Fotografie.

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WPrA – Wehrmachtpropagandaamt

Das Wehrmachtpropagandaamt steuerte die Propagandakompanien, prüfte Bildmaterial und arbeitete eng mit dem Propagandaministerium zusammen.

Wehrmacht

SanVers – Sanitätsversorgungswesen der Wehrmacht

Sanitätsversorgungswesen der Wehrmacht

Planung, Lagerung und Verteilung von Sanitätsmaterial, Arzneien und Lazarettausstattung.

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SanVers – Sanitätsversorgungswesen

Das Sanitätsversorgungswesen sicherte Nachschub an Medikamenten, Verbandstoffen und medizinischer Ausrüstung für Truppen- und Feldlazarette.

Staat & Ministerien

RKA – Reichskulturkammer

Reichskulturkammer

Behörde zur Kontrolle von Kunst, Literatur, Musik, Film, Theater und Presse im nationalsozialistischen Staat.

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RKA – Reichskulturkammer

Die Reichskulturkammer unterstand dem Propagandaministerium und gliederte sich in sieben Kammern (u. a. Presse, Film, Musik, Theater, bildende Kunst). Ihre Aufgabe war die politische und „rassische“ Überwachung aller Kulturschaffenden.

NSDAP & Gliederungen

SA – Sturmabteilung

Sturmabteilung

Paramilitärische Kampforganisation der NSDAP, zentrales Gewaltinstrument bei der „Machtergreifung“ 1933, nach der sogenannten Röhm-Affäre 1934 politisch entmachtet.

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SA – Sturmabteilung

Die Sturmabteilung (SA) war die älteste und bis 1934 mächtigste paramilitärische Organisation der NSDAP. Als uniformierte „Braunhemden“ prägte sie das Straßenbild der Weimarer Republik durch Aufmärsche, Saalschlachten und gezielte Gewalt gegen politische Gegner.

Auftrag & Aufgaben

  • Straßenkampf und Saalschutz bei Parteiveranstaltungen
  • Einschüchterung politischer Gegner, insbesondere von Sozialdemokraten und Kommunisten
  • Ab Februar 1933 Einsatz als „Hilfspolizei“ bei Verhaftungen und in frühen, „wilden“ Lagern

Unterstellung & Organisation

Oberster SA-Führer war formal Adolf Hitler selbst, die operative Führung lag beim Stabschef. Die SA gliederte sich in Gruppen, Brigaden, Standarten und Stürme nach Wehrmachtsvorbild.

Nach dem sogenannten Röhm-Putsch im Juni/Juli 1934 verlor die SA ihre paramilitärische Bedeutung endgültig an die SS.

Führende Personen

  • 1931–1934: Ernst Röhm – Stabschef, beim sogenannten Röhm-Putsch („Nacht der langen Messer“) 1934 auf Hitlers Befehl ermordet
  • 1934–1943: Viktor Lutze – Nachfolger nach der Entmachtung der SA
  • 1943–1945: Wilhelm Schepmann – letzter Stabschef

Wichtige Ereignisse

  • Judenboykott vom 1. April 1933 – SA-Posten vor jüdischen Geschäften
  • Novemberpogrome 1938 – SA-Einheiten an Zerstörungen und Übergriffen beteiligt
  • Röhm-Putsch Juni/Juli 1934 – Entmachtung der SA-Führung
Kontext: Beteiligung an politischer Gewalt und Verfolgung
Die SA war 1933 maßgeblich am Terror gegen politische Gegner beteiligt – an Verhaftungen, Misshandlungen in frühen „wilden“ Lagern und am Judenboykott. Auch bei den Novemberpogromen 1938 traten SA-Einheiten gewalttätig in Erscheinung. Nach 1934 sank ihr politisches Gewicht drastisch, ihre frühe Gewaltpraxis bleibt jedoch zentraler Bestandteil der NS-Terrorgeschichte.

Quellenlage / Hinweise

Umfangreiche Forschungsliteratur zur SA (u. a. Peter Longerich, Sven Reichardt), Prozessakten und zeitgenössische Presseberichte.

NSDAP & Gliederungen

Reichsleitung – Reichsleitung der NSDAP

Reichsleitung der NSDAP

Zentrale Führungs- und Verwaltungsebene der Partei oberhalb der Gauleitungen, gegliedert in Hauptämter unter einzelnen Reichsleitern.

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Reichsleitung der NSDAP

Die Reichsleitung war die oberste Verwaltungs- und Führungsebene der NSDAP mit Sitz im „Braunen Haus“ in München. Sie koordinierte die Arbeit der Gauleitungen und erließ verbindliche Parteivorschriften.

Auftrag & Aufgaben

  • Koordination und Kontrolle der Gauleitungen im gesamten Reichsgebiet
  • Erlass parteiinterner Richtlinien und Weisungen
  • Zentrale Verwaltung der Parteifinanzen, Mitgliedschaft und Schulung

Unterstellung & Organisation

Die Reichsleitung war direkt Hitler als Parteiführer unterstellt und gliederte sich in zahlreiche Hauptämter (u. a. für Propaganda, Organisation, Auswärtige Politik, Rassenpolitik).

Ab 1941 übernahm die Parteikanzlei unter Martin Bormann faktisch die zentrale Steuerungsfunktion innerhalb der Reichsleitung.

Führende Personen

  • 1933–1941: Rudolf Heß – Stellvertreter des Führers, formal an der Spitze der Parteiorganisation
  • 1941–1945: Martin Bormann – Leiter der Parteikanzlei, nach Heß’ Englandflug faktisch mächtigster Mann der Parteiverwaltung

Wichtiger Standort

  • „Braunes Haus“, München – Sitz der Reichsleitung seit 1930

Quellenlage / Hinweise

Parteiinterne Organisationshandbücher, Forschungsliteratur zur NSDAP-Verwaltungsstruktur (u. a. Dietrich Orlow, Peter Longerich).

NSDAP & Gliederungen

DJ – Deutsches Jungvolk in der Hitler-Jugend

Deutsches Jungvolk in der Hitler-Jugend

Unterorganisation der Hitlerjugend für Jungen von 10 bis 14 Jahren, Vorstufe zur eigentlichen HJ.

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DJ – Deutsches Jungvolk

Das Deutsche Jungvolk (DJ) erfasste Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren als Vorstufe zur Hitlerjugend. Ab 1936 war die Mitgliedschaft faktisch verpflichtend.

Auftrag & Aufgaben

  • Vormilitärische und körperliche Ertüchtigung durch Geländespiele und Lager
  • Ideologische Schulung im Sinne der NS-Weltanschauung
  • Vorbereitung auf die Übernahme in die eigentliche Hitlerjugend ab 14 Jahren

Unterstellung & Organisation

Das DJ war organisatorisch Teil der Hitlerjugend und gliederte sich in Jungzüge und Fähnlein, angelehnt an die HJ-Struktur.

Die Gesamtorganisation unterstand der Reichsjugendführung.

Führende Personen

  • Baldur von Schirach – Reichsjugendführer, übergeordnet für HJ und DJ
  • Artur Axmann – Nachfolger als Reichsjugendführer ab 1940
Kontext: Vereinnahmung von Kindern
Das Deutsche Jungvolk steht exemplarisch für die systematische ideologische Formung bereits im Kindesalter und die schrittweise Verdrängung anderer Jugendorganisationen zugunsten einer Zwangsmitgliedschaft ab 1936/1939.

Quellenlage / Hinweise

Forschungsliteratur zur Hitlerjugend (u. a. Michael Buddrus, Arno Klönne).

Staat & Ministerien

VGH – Volksgerichtshof

Volksgerichtshof

1934 geschaffenes Sondergericht für „politische“ Straftaten wie Hochverrat, ohne Berufungsmöglichkeit – zentrales Terrorinstrument der NS-Justiz.

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VGH – Volksgerichtshof

Der Volksgerichtshof wurde 1934 als Sondergericht für Hoch- und Landesverrat eingerichtet. Gegen seine Urteile gab es keine Berufungsmöglichkeit – er entwickelte sich zu einem der zentralen Terrorinstrumente der NS-Justiz.

Auftrag & Aufgaben

  • Aburteilung von Hoch- und Landesverrat sowie „Wehrkraftzersetzung“
  • Verhandlung politischer Prozesse gegen Widerstandskämpfer
  • Verhängung zahlreicher Todesurteile in oft schauprozessartigen Verfahren

Unterstellung & Organisation

Formal dem Reichsjustizministerium zugeordnet, war der VGH faktisch ein politisch gelenktes Instrument mit direktem Einfluss der NS-Führung auf Verfahren und Urteile.

Sitz war Berlin, ab 1943 auch Ausweichsitze außerhalb der Stadt.

Führende Präsidenten

  • Otto Georg Thierack – Präsident 1936–1942, danach Reichsjustizminister
  • 1942–1945: Roland Freisler – berüchtigtster Präsident, bekannt für seinen einschüchternden Verhandlungsstil

Bekannte Verfahren

  • Prozess gegen die Geschwister Scholl und die „Weiße Rose“, 1943
  • Prozesse gegen Attentäter des 20. Juli 1944
Kontext: NS-Unrechtsjustiz
Der Volksgerichtshof verhängte tausende Todesurteile, oft nach kurzen, unfairen Verfahren. Nach 1945 wurden seine Urteile von deutschen Gerichten als nationalsozialistisches Unrecht eingestuft; die meisten wurden erst Jahrzehnte später formal aufgehoben.

Quellenlage / Hinweise

Prozessakten, Forschungsliteratur zur NS-Justiz (u. a. Ingo Müller, Lothar Gruchmann).

Staat & Ministerien

OT – Organisation Todt

Organisation Todt

Staatliche Bau- und Rüstungsorganisation, verantwortlich für Großprojekte wie Autobahnen, Westwall und Atlantikwall – mit massivem Einsatz von Zwangsarbeitern.

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OT – Organisation Todt

Die Organisation Todt (OT) war die zentrale staatliche Bauorganisation des NS-Regimes. Sie errichtete Infrastruktur- und Verteidigungsanlagen in gigantischem Ausmaß – unter massivem Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen.

Auftrag & Aufgaben

  • Bau von Reichsautobahnen, Westwall und Atlantikwall
  • Errichtung von Rüstungs- und Industrieanlagen
  • Organisation und „Einsatz“ von Arbeitskräften auf Großbaustellen

Unterstellung & Organisation

Ab 1942 war die OT dem neu geschaffenen Rüstungsministerium unter Albert Speer zugeordnet und eng mit der Kriegswirtschaft verzahnt.

Sie unterhielt eigene Einsatzgruppen in nahezu allen besetzten Gebieten Europas.

Führende Personen

  • 1938–1942: Fritz Todt – Gründer und Namensgeber, zugleich Rüstungsminister, kam 1942 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben
  • ab 1942: Albert Speer – Nachfolger als Rüstungsminister und oberster Verantwortlicher der OT

Wichtige Projekte

  • Westwall – Befestigungslinie an der Westgrenze
  • Atlantikwall – Küstenbefestigung von Norwegen bis Frankreich
  • Reichsautobahn – Fernstraßennetz
Kontext: Zwangsarbeit
Die Organisation Todt setzte hunderttausende Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge unter oft lebensgefährlichen Bedingungen ein. Die Sterblichkeit auf vielen OT-Baustellen war hoch; sie zählt zu den zentralen Institutionen der NS-Zwangsarbeit.

Quellenlage / Hinweise

Forschungsliteratur zur NS-Zwangsarbeit (u. a. Marc Buggeln, Projekt „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“).

Staat & Ministerien

Vierjahresplanbehörde – Behörde des Beauftragten für den Vierjahresplan

Behörde des Beauftragten für den Vierjahresplan

1936 unter Hermann Göring geschaffene Wirtschaftsbehörde zur Kriegsvorbereitung, überlagerte faktisch das reguläre Wirtschaftsministerium.

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Vierjahresplanbehörde

Die Behörde des Beauftragten für den Vierjahresplan wurde 1936 unter Hermann Göring geschaffen, um die deutsche Wirtschaft binnen vier Jahren „kriegsfähig“ zu machen. Sie erhielt weitreichende Vollmachten, die weit über das reguläre Wirtschaftsministerium hinausgingen.

Auftrag & Aufgaben

  • Steuerung der Autarkiepolitik (Rohstoffe, Ersatzstoffe, Devisen)
  • Koordination der Rüstungswirtschaft im Vorfeld des Krieges
  • Lenkung wirtschaftlicher Maßnahmen, darunter auch die sogenannte „Arisierung“ jüdischen Eigentums

Unterstellung & Organisation

Göring war als Beauftragter direkt Hitler unterstellt und erhielt Weisungsbefugnis gegenüber anderen Ministerien, darunter dem Reichswirtschaftsministerium.

Führende Person

  • Hermann Göring – Beauftragter für den Vierjahresplan 1936–1945
Kontext: Wirtschaftliche Verfolgung
Die Vierjahresplanbehörde war eng mit der wirtschaftlichen Ausplünderung und Verfolgung verknüpft, insbesondere mit der Zwangsenteignung jüdischen Eigentums und später mit der Organisation von Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft.

Quellenlage / Hinweise

Wirtschaftsgeschichtliche Forschungsliteratur zum Nationalsozialismus (u. a. Adam Tooze, „Ökonomie der Zerstörung“).

Staat & Ministerien

RK – Reichskommissariate für die besetzten Gebiete

Reichskommissariate für die besetzten Gebiete

Zivile Besatzungsverwaltungen in eroberten Gebieten (u. a. Reichskommissariat Ostland, Reichskommissariat Ukraine), zuständig für Verwaltung und Ausbeutung der besetzten Bevölkerung.

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Reichskommissariate

Die Reichskommissariate waren zivile Besatzungsverwaltungen in eroberten Ostgebieten, allen voran das Reichskommissariat Ostland (Baltikum, Weißrussland) und das Reichskommissariat Ukraine.

Auftrag & Aufgaben

  • Zivile Verwaltung der besetzten Bevölkerung
  • Wirtschaftliche Ausbeutung von Rohstoffen und Arbeitskräften
  • Umsetzung von „Germanisierungs“- und Umsiedlungsplänen

Unterstellung & Organisation

Die Reichskommissariate unterstanden dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMBO) unter Alfred Rosenberg, wurden vor Ort jedoch jeweils von einem Reichskommissar geleitet, der weitreichende Machtbefugnisse besaß.

In der Praxis kam es häufig zu Kompetenzkonflikten mit SS- und Polizeistellen vor Ort.

Führende Reichskommissare

  • Hinrich Lohse – Reichskommissar für das Ostland
  • Erich Koch – Reichskommissar für die Ukraine, berüchtigt für besonders brutale Besatzungspolitik

Verwaltete Gebiete

  • Reichskommissariat Ostland – Baltikum und Weißrussland
  • Reichskommissariat Ukraine – besetzte ukrainische Gebiete
Kontext: Besatzungsverbrechen
Die Reichskommissariate waren eng mit den Massenverbrechen in den besetzten Ostgebieten verwoben, darunter die enge Zusammenarbeit mit den Einsatzgruppen bei der Ermordung der jüdischen Bevölkerung sowie brutale wirtschaftliche Ausbeutung und Hungerpolitik.

Quellenlage / Hinweise

Forschungsliteratur zur deutschen Besatzungspolitik im Osten (u. a. Christian Gerlach, Dieter Pohl).

SS & Polizei

Einsatzgruppen – Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD

Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD

Mobile Sondereinheiten von SD und Sicherheitspolizei, verantwortlich für Massenerschießungen vor allem an Juden, Roma und Kommunisten im besetzten Polen und in der Sowjetunion.

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Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD

Die Einsatzgruppen waren mobile Mordkommandos von SD und Sicherheitspolizei. Ab dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 waren sie für systematische Massenerschießungen verantwortlich – vor allem an der jüdischen Bevölkerung, aber auch an Roma, Kommunisten und Geiseln.

Auftrag & Aufgaben

  • Ursprünglich „Bekämpfung“ politischer Gegner unmittelbar hinter der Front
  • Ab Sommer 1941 systematische Massenerschießungen im Zuge des Vernichtungskriegs im Osten
  • Zusammenarbeit mit Wehrmacht, Ordnungspolizei und lokalen Kollaborateuren

Unterstellung & Organisation

Die Einsatzgruppen unterstanden dem RSHA und waren in vier größere Verbände (Einsatzgruppen A bis D) gegliedert, die wiederum in kleinere Einsatz- und Sonderkommandos unterteilt waren.

Bekannte Führungspersonen

  • Otto Ohlendorf – Leiter der Einsatzgruppe D, im Nürnberger Einsatzgruppenprozess 1948 zum Tode verurteilt und hingerichtet
  • Reinhard Heydrich – als RSHA-Chef oberster Auftraggeber der Einsatzgruppen

Historische Einordnung

  • Über eine Million ermordeter Menschen, insbesondere im Kontext der sogenannten „Shoah durch Kugeln“
  • Massaker wie Babyn Jar (September 1941) wurden von Einsatzgruppen durchgeführt
Kontext: Zentrale Täterorganisation des Holocaust
Die Einsatzgruppen zählen zu den zentralen Täterorganisationen des Holocaust noch vor Errichtung der eigentlichen Vernichtungslager. Ihre Verbrechen wurden im Nürnberger Einsatzgruppenprozess 1947/48 juristisch aufgearbeitet, mehrere Verantwortliche wurden zum Tode verurteilt.

Quellenlage / Hinweise

Nürnberger Prozessakten, Forschungsliteratur (u. a. Raul Hilberg, Peter Klein).

SS & Polizei

Ahnenerbe – Deutsches Ahnenerbe – Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte

Deutsches Ahnenerbe – Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte

Pseudowissenschaftliche SS-Forschungsorganisation zur ideologischen Legitimation der NS-Rassenlehre, 1935 von Heinrich Himmler mitbegründet.

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Ahnenerbe der SS

Das Ahnenerbe war eine 1935 von Heinrich Himmler mitbegründete Forschungsorganisation, die pseudowissenschaftliche Studien zur „germanischen“ Vor- und Frühgeschichte betrieb, um die NS-Rassenideologie wissenschaftlich zu legitimieren.

Auftrag & Aufgaben

  • Forschung zu „germanischer“ Kultur-, Rassen- und Vorgeschichte
  • Durchführung von Expeditionen zur Untermauerung ideologischer Thesen
  • Zunehmende Einbindung in medizinische und pseudowissenschaftliche Versuchsreihen

Unterstellung & Organisation

Das Ahnenerbe war Himmler direkt unterstellt und wurde 1942 formal in die SS eingegliedert. Es umfasste zahlreiche Fachinstitute zu unterschiedlichen Themen.

Führende Personen

  • Herman Wirth – erster Präsident
  • Walther Wüst – späterer Präsident und SS-Führer
  • Wolfram Sievers – Reichsgeschäftsführer, zentrale Organisationsfigur

Bekannte Aktivitäten

  • Tibet-Expedition 1938/39 unter Ernst Schäfer
  • Medizinische Versuchsreihen in Konzentrationslagern im Auftrag einzelner Ahnenerbe-Institute
Kontext: Beteiligung an medizinischen Verbrechen
Mehrere dem Ahnenerbe zugeordnete Institute waren an medizinischen Verbrechen beteiligt, darunter Höhenversuche im KZ Dachau und die von August Hirt initiierte Skelettsammlung, für die Häftlinge im KZ Natzweiler-Struthof ermordet wurden. Wolfram Sievers wurde 1947 im Nürnberger Ärzteprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Quellenlage / Hinweise

Prozessakten des Nürnberger Ärzteprozesses, Forschungsliteratur (u. a. Michael H. Kater, „Das Ahnenerbe der SS“).

SS & Polizei

IKL – Inspektion der Konzentrationslager

Inspektion der Konzentrationslager

Zentrale SS-Verwaltungsbehörde für das Konzentrationslagersystem bis 1942, danach im WVHA (Amtsgruppe D) aufgegangen.

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IKL – Inspektion der Konzentrationslager

Die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) war bis 1942 die zentrale SS-Behörde zur einheitlichen Organisation und Verwaltung des Konzentrationslagersystems.

Auftrag & Aufgaben

  • Einheitliche Organisation und „Ausbildung“ des Wachpersonals (SS-Totenkopfverbände)
  • Verwaltung und Kontrolle der Konzentrationslager im gesamten Reichsgebiet
  • Festlegung von Disziplinar- und Terrorpraktiken in den Lagern

Unterstellung & Organisation

Die IKL war Himmler direkt unterstellt, mit Sitz zunächst in Dachau, später in Oranienburg bei Berlin.

1942 wurde sie in das neu geschaffene SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) als Amtsgruppe D eingegliedert.

Führende Personen

  • Theodor Eicke – erster Inspekteur, prägte das sogenannte „Dachauer Schema“ als Vorlage für Terror und Disziplin in allen KZs
  • Richard Glücks – Nachfolger ab 1939, später Leiter der Amtsgruppe D im WVHA
Kontext: Grundlegung des KZ-Terrors
Die IKL trägt direkte Verantwortung für die systematische Ausgestaltung des Terrors in den Konzentrationslagern. Das von Theodor Eicke entwickelte „Dachauer Schema“ diente als Vorbild für Gewalt- und Disziplinarpraxis in praktisch allen späteren Lagern.

Quellenlage / Hinweise

Forschungsliteratur zum KZ-System (u. a. Karin Orth, Nikolaus Wachsmann).

Quellen, Literatur und redaktionelle Verantwortung

Die Einträge beruhen auf zeitgenössischen Akten, Prozessunterlagen und historischer Forschungsliteratur. Zentrale Anlaufstellen für die weitere Recherche sind das Bundesarchiv, das Institut für Zeitgeschichte und die Deutsche Nationalbibliothek. Literaturhinweise zu einzelnen Organisationen stehen jeweils am Ende des Eintrags.

Autor und Redaktion: Dr. Christian Hardinghaus, Historiker und Autor. Inhaltliche Hinweise und belegte Korrekturen können über die Kontaktseite übermittelt werden.

Häufige Fragen

Wie war der NS-Staat organisatorisch aufgebaut?
Staatliche Behörden, NSDAP-Dienststellen, SS- und Polizeiapparat sowie die Wehrmacht bestanden nebeneinander. Überschneidende Zuständigkeiten und konkurrierende Machtzentren waren ein kennzeichnender Bestandteil des Systems.
Was unterscheidet Wehrmacht und SS?
Die Wehrmacht war die staatliche Streitkraft. Die SS entstand als Parteiorganisation und entwickelte eigene Verwaltungs-, Polizei-, Geheimdienst- und militärische Strukturen. Beide waren in unterschiedliche Formen der NS-Herrschaft und Kriegführung eingebunden.
Was bedeuten Abkürzungen wie OKW, OKH, OKM und OKL?
OKW steht für Oberkommando der Wehrmacht, OKH für Oberkommando des Heeres, OKM für Oberkommando der Marine und OKL für Oberkommando der Luftwaffe. Die Suche findet sowohl Abkürzungen als auch Langformen.
Sind alle aufgeführten Stellen rechtlich dieselbe Art von Organisation?
Nein. Das Lexikon umfasst Ministerien, Ämter, Parteigliederungen, Kommandobehörden, Verbände, Dienststellen und Funktionsbereiche. Die jeweilige Einordnung wird im Eintrag erläutert.
Wird das Lexikon weiter ergänzt?
Ja. Einträge können erweitert, präzisiert oder mit zusätzlichen Quellenhinweisen versehen werden. Hinweise und Korrekturen können über die Kontaktseite übermittelt werden.

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